Großes Kino à la Web 2.0 – Kürschnergate

Publiziert von Samantha Engelmann, am 25. Januar 2012, um 17:04

Wie lustig und erfrischend das Versenden von E-Mails sein kann, zeigte uns heute eindrucksvoll der Deutsche Bundestag.

Ursprünglich ging es um einen Hinweis, dass das neue Kürschner Handbuch erschienen ist. Um möglichst alle im Bundestag darüber zu informieren, verschickte die Öffentlichkeitsabteilung des Deutschen Bundestags diese Botschaft an rund 4000 Empfänger über mehrere Verteiler, die im cc: standen.
Der Spaß begann gegen 09:45 Uhr heute Vormittag,
als eine Mitarbeiterin der Grünen-Abgeordneten Sylvia Kottig Uhl ihre Kollegen via eMail darum bat, ihr ein Exemplar mitzubringen. Sie schickte Ihre Antwort “an alle” aus dem Verteiler und löste damit eine wahre eMail-Sintflut aus.
Weit mehr als 100 Empfänger antworteten daraufhin allen 4000 Personen im cc: und baten darum, vom Verteiler genommen zu werden. Daraufhin gab es kein Halten mehr. Jeder schrieb jedem zurück und einige nutzten die Gelegenheit sogar, um Witze zu verbreiten.

Unter den Hashtags #kürschnergate und #babette war das Spektakel bei Twitter zu verfolgen. Hier ein paar unterhaltsame Beispiele:

“Babette”, die mutmassliche Verursacherin, hat es innerhalb kürzester Zeit zu einer eigenen Fan-Page gebracht, die schnell über 700 Fans gewann.

Genauso schnell wie sich der Spaß via Web 2.0 verbreitete, genauso schnell ist er auch wieder vorbei. Nach der Mittagspause nahm die Anzahl der eMails in den Postfächern der Bundestagsmitarbeiter wohl wieder merklich ab und auch die Facebook-Page soll wieder gelöscht werden.

Insgesamt ein lustiges Versehen und zugleich wohl die beste PR, die das Handbuch je hatte.

Kategorien: Medienbranche
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