Archive für Social Web

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Wir freuen uns, Ihnen heute unsere neuste blueReport Entwicklung zugänglich machen zu können. Auf vielfachen Kundenwunsch haben wir die Foto- und Video-Plattform Instagram in unser Beobachtungsprogramm aufgenommen. Das neue Feature steht ab sofort in der blueReport Web App zur Verfügung.

80 Millionen neue Bilder – pro Tag

Das digitale Fotonetzwerk wurde 2010 in San Francisco gegründet und bereits 2012 für die kolportierte Summe von einer Milliarde Dollar von Facebook übernommen. Nachdem anfänglich insbesondere Prominente und Brands den Dienst nutzten, zählt Instagram mittlerweile rund 400 Millionen Nutzer, die täglich über 80 Millionen Bilder teilen. Der grösste Teil – je nach Schätzung 75 bis 90% aller Nutzer – ist jünger als 35 Jahre. Gemäss Daten des Facebook Ads Manager zählt der DACH-Raum (Deutschland, Österreich und die Schweiz) mittlerweile über 4 Millionen Nutzer.

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Beobachten Sie ausgewählte Instagram Accounts

Starten Sie jetzt Ihr massgeschneidertes Instagram-Monitoring und verpassen Sie keinen Post auf den für Sie relevanten Instagram Profilen. Sämtliche Instagram-Suchtreffer lassen sich selbstverständlich in Ihren Medienspiegel oder blueReport Reader integrieren und sind mit wertvollen Metadaten wie Anzahl Follower, Kommentare und Likes angereichert. Haben Sie Fragen zu unserem Instagram-Monitoring? Unsere Media Monitoring Consultants stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

Am 26. Oktober 2015 hat das fög das Jahrbuch 2015 Qualität der Medien veröffentlicht. Die sechste Ausgabe fokussiert sich vor allem auf die Analyse der Digitalisierung und Globalisierung des Mediensystems und die weiter voranschreitende Strukturschwäche der Schweizer Informationsmedien. Wir haben die Hauptbefunde kurz und übersichtlich für Sie zusammengefasst:

Digitalisierung führt zu Mehr Soft-News-Konsum

Klassische Informationsmedien wie Presse, Radio und Fernsehen verzeichnen einen weiteren Nutzungsrückgang, während die Onlinemediennutzung weiter zunimmt. Tablets und Smartphones lösen die gedruckten Tageszeitungen als Hauptinformationsquelle zunehmend ab. Der Nutzungsrückgang traditioneller Medien wird aber nicht durch die Nutzung professioneller Online-Newsangebote kompensiert. Stattdessen werden vor allem Social Media wie zum Beispiel Facebook für den Newskonsum verwendet. Diese Trends führen zu einem höheren Konsum von qualitätsschwächeren Soft-News, während das Publikum des höherwertigen Informationsjournalis­mus kleiner wird.

Gesamtnutzung Informationsangebote aller Gattungen

Entwicklung der regelmässigen Newsnutzung bei der Presse im Vergleich mit den Gattungen Online, Radio und Fernsehen
Quelle: fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich

Die Digitalisierung des Mediensystems schwächt die Informationsmedien finanziell

Durch die Digitalisierung des Mediensystems schrumpft die ökonomische Basis des Informationsjournalismus weiter. Die Zahlungsbereitschaft für Online-News ist weiterhin gering und die Online-Werbeeinahmen können die Verluste im Pressebreich nicht kompensieren. Vor allem die wachsende Konkurrenz durch globale Tech-Giganten wie Google und Facebook machen den Anbietern von Informationsjournalismus im Onlinewerbemarkt zu schaffen. Mit Hilfe des digitalen Fingerabdrucks ihrer Nutzer wollen sie für die Werbewirtschaft noch attraktiver werden. Deshalb kann die jüngste Kooperation von Ringier, Swisscom und SRG auf dem schweizer Werbemarkt als Versuch gewertet werden, sich gegen die globale Konkurrenz zu rüsten. 

Finanzierung von Presse und Online

Entwicklung der Verkaufs- und Bruttowerbeerlöse für die Gattung Presse sowie die Bruttowerbeerlöse für die Gattung Online in Mio. Franken
Quelle: fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich

Zunehmende Onlinekonvergenz führt zu mehr Konkurrenz

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung treffen vormals in getrennten Gattungen und Branchen operierende Akteure im konvergenten Onlinebereich aufeinander. Die erste Strategie der Schweizer Medienorganisationen besteht in nationalen Allianzen, wie der oben erwähnten zwischen SRG, Swisscom und Ringier AG. Andererseits zeigt sich eine stärkere Kooperationsbereitschaft privater Medienunternehmen mit den globalen Tech-Giganten und dem Versuch die SRG zu schwächen. Der einstige Konsens, dass die kulturell vielfältige Schweiz beides – einen starken öffentlichen Rundfunk und starke private Medienanbieter – braucht, schwindet zunehmend. Deshalb sehen die privaten Medienorganisationen in der SRG auch das Hauptproblem der Strukturkrise.

Langfristig sinkende Medienqualität, aber auch positive Entwicklungen

Der finanzielle, zeitliche und personelle Ressourcenmangel im Informationsjournalismus hat einen negativen Einfluss auf die Medieninhalte, die insgesamt eine sinkende Qualität aufweisen. Jedoch gibt es in einzelnen Aspekten auch positive Befunde: Der öffentliche Rundfunk verzeichnet nach einem zweijährigen Negativtrend zum ersten mal wieder einen signifikanten Qualitätszuwachs. Auch das Privatfernsehen hat seine Qualität im Vergleich zum Vorjahr merklich verbessert. Interessant ist auch zu sehen, dass zum Beispiel watson.ch mit seiner Hybridstrategie (qualitativ hochwertige Beiträge und um Aufmerksamkeit heischende Beiträge von tieferer Qualität) ein durchschnittliches Qualitätsscoring erreicht und sich im Vergleich mit den anderen untersuchten Online-Informationsmedien sogar überdurchschnittlich gut positioniert.

Qualitätsveränderungen 2010-2014

Qualitätsveränderungen 2010-2014
Quelle: fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich

Ziel der Publikation ist gemäss fög die Stärkung des Bewusstseins für die Qualität der Medien. Die Befunde sollen zur Diskussion über den Wandel der medialen Öffentlichkeit anregen. Weiterführende Angaben zur Methodik, zum zugrunde liegenden Qualitätsverständnis und zur Finanzierung des Jahrbuchs finden Sie hier.

 

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aus Videopräsentation E. Pariser vom März 2011

Der Medienwandel schreitet voran: analoge Medieninhalte verlagern sich auf die entsprechenden Newsportale der Verlage und TV-Stationen im Netz. Das ist nicht neu. Ebenso wenig ist es neu, dass die Produzenten von Onlinecontent Social Media nutzen, um Traffic auf ihren eigenen Websites zu lenken und damit für Werbepartner attraktiv zu sein. Im letzten Herbst hat Holger Schmidt in einem lesenwerten Beitrag dargelegt, wie sich Facebook so als «Gatekeeper für Nachrichten» etabliert.

Beiträge von Onlinemedien im Facebook Newsfeed

Wie Spiegel Online nun Ende März 2015 berichtete, soll Facebook nun mindestens sechs «Medienunternehmen angeboten haben, Inhalte direkt auf seiner Plattform zu veröffentlichen – also nicht, wie bislang, nur in Form einer Verlinkung auf die jeweilige Website.» Im Gegenzug zu einer Beteiligung an Facebooks Werbeeinkünften würden die Medienpartner Inhalte ausschliesslich – oder zumindest vorab – für den Facebook Newsfeed produzieren. Und damit auf Besucher und Werbeumsätze auf ihren eigenen Newsportalen verzichten. Als (Start-)Partner sollen dabei nicht nur Onlineunternehmen wie Buzzfeed im Gespräch sein, sondern auch traditionelle Medienhäuser wie die New York Times, National Geographic oder der Guardian.

Ein weiterer Schritt zum personalized Newspaper – und zur persönlichen Filter Bubble

Die möglichen Vorteile einer solchen Zusammenarbeit liegen für traditionelle Verleger auf der Hand: Facebook kann durch seine riesige Nutzerbasis die Reichweite eines Artikels potenziell vervielfachen und verfügt über eine Fülle an persönlichen Nutzerdaten, mittels welcher sich Newsinhalte passgenau und mit viel weniger Streuverlust an die gewünschte Leserschaft richten lassen. «Is it worth the tradeoff to get extra Facebook dollars today in exchange for a little of your independence tomorrow?» schreibt Joshua Benton von niemanlab.org und stellt die Frage in den Raum, ob sich diese Art der Content-Verbreitung für die Verleger nicht nur kurz- sondern auch mittelfristig wohl rechne.

Sobald Inhalte spezifisch für Facebook oder YouTube hergestellt werden, steigt sowohl für den News-Produzenten, aber auch für die Leser, die Abhängigkeit von eben diesen sozialen Netzwerken weiter an. Man ist den Algorithmen der Social Media Plattformen insofern ausgeliefert, als diese frei entscheiden können, wer welche Nachrichten in seinem Newsfeed zu sehen bekommt. Das ist problematisch, da Facebook & Co. in erster Linie die Absicht verfolgen werden, ihren Nutzern News anzuzeigen, mit welchen sich möglichst hohe Werbeeinnahmen generieren lassen. Weiter werden soziale Netzwerke aller Voraussicht nach keine neutrale Auswahl an Newsinhalten anzeigen, sondern vor allem solche, von denen sie ausgehen, dass sie ihren Nutzern gefallen. Das führt dazu, dass sich der Effekt einer persönlichen Filter Bubble weiter akzentuiert.

Was heisst das für Ihr Media Monitoring?

Bis dato wurden Online und Social Media von vielen Medienbeobachtern als verwandte, aber grundsätzlich von einander getrennte Medienkanäle betrachtet, die miteinander in einer Wechselwirkung verknüpft waren: Onlineartikel werden via Social Media geteilt, verbreitet und kommentiert. In der Gegenrichtung fanden Diskussionen und Äusserungen von sozialen Netzwerken, Blogs und Foren den Weg in die Onlinemedien. Werden Onlineinhalte zukünftig direkt und ausschliesslich auf Social Media veröffentlicht, werden News aufgrund ihrer Personalisierung heterogener. Damit geht einher, dass Media Monitoring noch stärker als heute eine Hilfestellung bieten muss, Beiträge hinsichtlich ihrer Relevanz richtig einordnen um wichtige von weniger wichtigen Meldungen separieren zu können. Zudem ist davon auszugehen, dass Bild- und Videoinhalte sowie auf Interaktion ausgelegte Beiträge weiter an Wichtigkeit gewinnen werden. Daraus ergibt sich die Herausforderung, Möglichkeiten bereitzustellen, diese Inhalte einfach, zeitnah und effizient verarbeiten zu können.

Weitere Lesehinweise:
Facebook May Host News Sites’ Content (NY Times)
Zukunft der Medien: Daten sammeln, Kontrolle verlieren (Spiegel Online)
Alles auf Blau (Silo Journalism / medium.com)

2015 Der Jahreswechsel bringt traditionell den ein oder anderen Jahresrückblick und entsprechende Prognosen für das kommende Jahr mit sich. Davor macht selbstverständlich auch die Kommunikationsbranche nicht halt – im Gegenteil. Gerade der Katalysator des Medienwandels, das Social Web, wirft jedes Jahr wieder die Frage nach den neuesten Trends und entscheidenden Entwicklungen auf. Aber wie neu sind die Trends und was bedeuten sie eigentlich für PR- und Marketingprofis?

Die wichtigsten Entwicklungen 2015

Wir haben einen Blick auf die Prognosen in zahlreichen deutsch- und englischsprachigen Medien und der Blogosphäre geworfen. Herausragend werden diesen zufolge vier Entwicklungen sein, die ohne Frage Einfluss auf unsere Arbeit haben werden.

1. Die mobile Nutzung nimmt stetig zu

Für Jeff Bullas, Internet Marketing Experte aus Australien, ist es ganz oben auf der Liste der Social Media Trends 2015: Das mobile Netz ist nicht mehr aufzuhalten. Es gelte nicht mehr “online”, sondern “mobile” first. Entsprechend angepasst müssten die Inhalte sein – grafisch und inhaltlich. Auch für Forbes gehört dies zu den wichtigsten Veränderungen des noch jungen Jahres.

2. Reichweite wird teuer

Das österreichische Portal “fisch + fleisch” bringt es auf den Punkt: “Ohne Geld geht 2015 nichts mehr.” Das gilt vor allem für Reichweiten bei Facebook. Kampagnen werden immer mehr über Ads gesteuert, die zwar teurer werden, dafür aber auch ihre Zielgruppe immer genauer erreichen.

3. Videoinhalte werden immer beliebter

Bereits 2014 waren Bilder, Gifs und kurze Videos das Mittel der Wahl für virales Storytelling. Bewegtbilder werden auch in diesem Jahr nicht mehr aus der Kommunikation wegzudenken sein (siehe dazu auch den aktuellen Beitrag von Nicolas Scheidtweiler) und Portale wie Instagram weiter an Relevanz gewinnen. Gleichzeitig wird Bloggen aber auch zum “Marketing-Mainstream”, meint der Blogger Ritchie Pettauer. Texte, Videos, Gifs etc. ergänzen sich hier gegenseitig.

4. Unternehmen werden mehr Ressourcen ins Social Web investieren

Social Media braucht gute Geschichten bzw. guten Content. Unternehmen sind gerade dabei das Potenzial von Videos neu zu entdecken oder eigene Formate zu entwickeln (siehe Experteninterviews auf Geistreich 78). Kostenfrei wird diese Professionalisierung allerdings nicht sein. Um Aufmerksamkeit über Soziale Netzwerke zu erlangen, werden Unternehmen deutlich mehr Ressourcen und Expertenwissen in die Hand nehmen müssen.

Spürbare Konsequenzen im Arbeitsalltag

Alles nicht so richtig neu? Vielleicht. Allerdings wird 2015 deutlich werden, dass Social Media nicht mehr nebenbei und ohne Aufwendung von zusätzlichen personellen und finanziellen Ressourcen geht. Der schnelle Facebook-Post zwischendurch wird zunehmend wertlos werden und die Erstellung von Videoinhalten und Grafiken wird technisch immer größere und neue technische Anforderungen an Profi-Kommunikatoren stellen (so beschreibt es auch der Präsident der Berner Public Relations Gesellschaft (BPRG) Cla Martin Caflisch in unserem “5 Fragen an…”-Interview). Ziel muss es 2015 sein, neue Wege in der Markenkommunikation zu finden und vielleicht auch neue Plattformen für sich zu entdecken. Nicht für jedes Unternehmen ist oder bleibt Facebook der kostengünstige Königsweg. Dazu gehört ohne Frage auch ein professionelles Social Media Monitoring und der effiziente Einsatz der gewonnenen Informationen. 2015 wird das Jahr, in dem wir uns vor der Frage, was unsere Zielgruppe wirklich interessiert, nicht mehr drücken können.