Archive für Social Web

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©Thomas Jauch, 2014.

Tom Jauch ist Kommunikationschef bei der CVP Schweiz. Die CVP ist als Regierungspartei mit insgesamt rund 100’000 Mitgliedern und unter der Führung von Bundesrätin Doris Leuthard und Präsident Christoph Darbellay eine der treibenden politischen Kräfte der Schweiz. Tom Jauch gibt uns zwischen dem letzten Abstimmungswochenende des Jahres und dem Start ins Wahljahr 2015 Einblicke in die Social Media Strategie der CVP, geplante Abstimmungskampagnen und den Wahlkampf 2015.

Christophe Darbellay, Präsident der CVP Schweiz, ist einer der aktivsten Schweizer Parteipräsidenten auf Twitter. Wie wichtig ist es für die Positionierung eine Schweizer Partei bzw. wichtige Exponenten einer Partei heute auf Social Media Kanälen aktiv zu sein und wo liegen allfällige Chancen und Risiken?

Wir nutzen Twitter und Facebook täglich, Youtube und Flickr etwas seltener. Insbesondere Twitter ist für eine Partei heute ein «Must». Dies gilt auch für die wichtigsten Exponenten einer Partei. «Fish where the Fish are». Mit Kanälen wie Facebook oder Twitter schafft man es heute, innerhalb kürzester Zeit direkt zu den politikinteressierten Menschen zu gelangen, ohne auf den Goodwill einzelner Medien angewiesen zu sein. Für eine lebendige Demokratie eine echte Chance. Risiken sehe ich vor allem im Ressourcenaufwand. Wenn es zu ausufernden Diskussionen auf einem Social Media Kanal kommt, bindet es schnell viel Zeit und Know-How.

Wofür nutzen Sie bei der CVP Social Media hauptsächlich (z.B. Kommunikation mit der Wählerschaft, Informationsaustausch und Kontaktpflege mit Journalisten, Stärkung Parteiprofil etc.)?

Wir nutzen Twitter vorwiegend für den Austausch mit den Medienschaffenden, anderen Parteien oder Organisationen. Medienschaffende zitieren in einem Artikel lieber einen auf den Punkt gebrachten Tweet, als sich durch ausschweifende Medienmitteilungen einer Partei zu quälen. Wir definieren jeweils ganz genau, zu welchen Themen wir eine Medienmitteilung veröffentlichen und welche Geschäfte wir auf wenige Zeichen reduziert per Tweet kommentieren. Facebook nutzen wir vorwiegend zur Kommunikation mit unseren Mitgliedern und Sympathisanten. Da dürfen neben politischen Inhalten durchaus auch Peoplestories zur Sprache kommen.

Was ist aus Kommunikationssicht aktuell die größte Herausforderung in Ihrem Beruf?

Wir stehen vor einem Wahljahr. Den Auftakt dazu machen wir mit der Abstimmungskampagne zu unserer Familieninitiative «Steuerfreie Kinder- und Ausbildungszulagen». Danach geht es fliessend in den Wahlkampf über. Das zeigt die grossen Kommunikationsherausforderungen vom kommenden Jahr auf.

Welche Kommunikations-Skills müssen wir uns heute aneignen, um auch in fünf oder zehn Jahren noch erfolgreich kommunizieren zu können?

Es wird immer neue Kommunikationskanäle geben und wir werden dank ihnen noch schneller und vor allem dialoggruppenspezifischer kommunizieren können. Um an der Fülle von Information nicht irgendwann zu ersticken, braucht es die Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem differenzieren zu können und sich auch einmal auszuklinken. Bei all den technischen Möglichkeiten dürfen wir nicht verlernen, miteinander zu reden.

Ganz generell: Was war für Sie das herausragendste Kommunikationsereignis der letzten 12 Monate?

Wenn PR-Berater, PR-Berater brauchen! Für mich gehört die «Selfie-Geschichte» rund um den grünen Nationalrat Geri Müller sicher mit zu den spannendsten Polit-Kommunikationsgeschichten in diesem Jahr.

Mit der Reihe «5 Fragen an…» rückt blueReport die vielseitigen Herausforderungen unserer Kunden aus Kommunikation und Marketing in den Fokus. In loser Folge beantworten namhafte Kommunikations- und Marketingprofis aus Deutschland, der Schweiz und Österreich 5 Fragen zu brandaktuellen Themen der Kommunikationswelt.
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Zhao Li – Kommunikationsverantwortliche von Blum China . © Zhou Xiaoling

Während in Europa noch einige alteingesessene Konzerne auf eine minimale Präsenz in den Social Media setzen oder gänzlich darauf verzichten, zeigt China, dass es ohne soziale Kommunikationswege nicht mehr geht. Die österreichische Julius Blum GmbH ist als Traditionsunternehmen weltweit erfolgreich. In China nutzt der Möbelbeschlagshersteller als klassisches B2B-Unternehmen auch Kanäle wie das in China extrem verbreitete Netzwerk WeChat. Wir haben der Kommunikationsverantwortlichen von Blum für den chinesischen Markt, Zhao Li, ein paar Fragen zu dieser Entwicklung und den spannenden Unterschieden zwischen den Social Media Landschaften in China und Europa stellen können.

blueReport: Was ist aktuell die größte Herausforderung in Ihrem Beruf?

Zhao Li: Neben dem Aufbau und der Weiterentwicklung unseres eigenen Blum China-WeChat- Accounts, ist meine größte Herausforderung im Moment auf dem Laufenden zu bleiben, was Social Media betrifft. In China sind Apps und Plattformen sowie ihre Services und Möglichkeiten in den letzten Jahren schier explodiert. Der Markt befindet sich in einem dauernden Wandlungsprozess. Es gibt ständig Neuerungen und Erweiterungen. Die wichtigen herauszufiltern, und tatsächliche Trends zu erkennen, ist nicht immer einfach. Zudem müssen wir als Unternehmen auch immer mit der Weiterentwicklung der Dienste mithalten, die wir bereits nutzen. WeChat zum Beispiel wird ständig hinsichtlich seiner Tools erweitert und verbessert – beinahe im Monatstakt.

Welche Skills müssen wir uns heute aneignen, um in zehn Jahren noch erfolgreich in der Kommunikationsbranche zu sein?

Think Global! Dass die Welt global immer vernetzter wird, ist ja prinzipiell ein alter Hut. Aber mit den heutigen Social Media hat eine Globalisierung der neuen Art begonnen – interessanter Weise ist es eine “privatere” Globalisierung. Beispiel: Ich kann heute auf WeChat einen Gruppenchat mit beliebigen meiner Freunde einrichten, die auf alle Länder und Regionen der Welt verteilt sind. Und hier kann ich sie durch Text- und Sprachnachrichten, aber auch Bilder und Videos nicht nur in Echtzeit an meinem Urlaub in Österreich teilnehmen lassen, sondern wir können dabei sogar interagieren. Wenn man so will, nehme ich meine gesamten Freunde in den Urlaub mit, wenn ich dies möchte. Genauso kann ich mich natürlich mit Freunden in der ganzen Welt sehr einfach beraten, etwa bevor ich ein bestimmtes Produkt kaufe. Diese Entwicklung macht es für Unternehmen nicht gerade einfacher, ihre Zielgruppen zu erreichen – eher im Gegenteil. Sie müssen in die privaten Freundeskreise erst vordringen und sind dann darauf angewiesen, dass ihre Inhalte von den Nutzern in Eigenregie weiter kommuniziert werden.

Was war für Sie das herausragendste Kommunikationsereignis der letzten 12 Monate?

Da kann es nur eines geben – die Fußball WM in Brasilien. Vermutlich kann man sich in Deutschland kaum vorstellen, wie groß die Begeisterung für dieses Ereignis und den Sieg der Deutschen Nationalmannschaft in China war, und das obwohl die chinesische Nationalmannschaft nicht an dem Turnier teilnahm. Es war lustig zu sehen, dass spätestens ab dem Viertelfinale, in der Nachbarschaft nachts immer mehr Lichter in den Wohnzimmern brannten. Und nicht nur das chinesische Fernsehen hat fast rund um die Uhr über die Spiele in Brasilien berichtet. Auch in den Social Media wurde 24/7 kommuniziert, diskutiert, gejubelt und ganz nach chinesischer Art auch die eine oder andere Wette abgeschlossen.

Welche Unterschiede sehen Sie im Bereich Social Media zwischen Europa und China?

In Europa nutzen etwa 60 bis 70% der Internetnutzer Social Media, in China über 90%. Auch ist die Nutzungsdauer im Bereich Social Media pro Tag in China deutlich höher als Europa. Daneben ist ein deutlicher qualitativer Unterschied, dass die mobile Nutzung des Internets in China wesentlich ausgeprägter ist. 96% der Smartphone Besitzer suchen auf diesem nach lokalen Informationen, 98% suchen mobil nach Produktinformationen und ganze 70% machen ihre Einkäufe auch gerne mal von Unterwegs. In einer chinesischen U-Bahn steht man nicht selten in Mitten einer Vielzahl von Leuten, die auf ihrem Smartphone die nächste Bestellung eingeben, Videospiele spielen, Filme oder TV-Serien schauen oder eben auf einer der Social Media Plattformen aktiv sind. Neben Unterschieden bei den Nutzern gibt es übrigens auch große Unterschiede bei den Social Media Landschaften selbst. Die Chinesische Social Media Landschaft ist wesentlich fragmentierter und komplexer als die Europas, die Plattformen und Ihre Entwickler kreativer, flexibler und noch mehr am praktischen (alltäglichen) Nutzen für die User interessiert. So gibt es in China zum Beispiel nicht nur ein Social Network wie Facebook, sondern mehrere, und die heißen dann „renren“, „douban“ und „kaixin“.

Welche Rolle spielt ein so großes Soziales Netzwerk wie WeChat in China und wie nutzen Unternehmen dieses?

Es wird erwartet, dass WeChat im Jahr 2015 die Anzahl von 600 Millionen Nutzern erreicht – bei weiterhin rasantem Wachstum. Bei den jüngeren und mittleren Altersgruppen gibt es kaum noch jemanden, der keinen WeChat Account hat, wenn er ein Smartphone besitzt. Die Plattform ist aber nicht nur wegen der Anzahl ihrer Nutzer im Alltag allgegenwärtig, sondern auch wegen ihrer Anwendungsmöglichkeiten. Sie kombiniert und erweitert Funktionen, die man in Europa von Facebook, Whatsapp, Twitter, Google und Amazon kennt. Mit WeChat kann man chatten, teilen, suchen, sich seinen eigenen Online-Shop einrichten, sich ein Taxi bestellen, sich die Speißekarte des gerade betretenen Restaurants herunterladen und seit Neustem verfügt das Medium auch über eine Bezahlfunktion, die fast unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten findet. Damit wird WeChat von der Informations- und Interaktionsplattform immer mehr zur virtuellen Identität seiner Nutzer, und ist zunehmend mit deren Alltagsrealität verbunden. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie um WeChat in Zukunft nicht mehr herumkommen – so wie heute auch jedes Unternehmen eine Homepage hat. Je nach Branche und Business Modell wird WeChat von Unternehmen unterschiedlich genutzt. Einige bieten ihre Produkte an, andere nutzen die Möglichkeit zur engen Interaktion mit den Followern ihres Unternehmens-WeChat-Accounts. Die große Mehrzahl ist allerdings heute noch in der Probierphase und nutzt WeChat als einen Kanal zur Informationsvermittlung an die Follower, so wie wir bei Blum China.

Mit der Reihe »5 Fragen an…» rückt blueReport die vielseitigen Herausforderungen unserer Kunden aus Kommunikation und Marketing in den Fokus. In loser Folge beantworten namhafte Kommunikations- und Marketingprofis aus Deutschland, der Schweiz und Österreich 5 Fragen zu brandaktuellen Themen der Kommunikationswelt.

Neue Soziale Netzwerke haben es nicht einfach. Das erfährt auch das aktuell breit diskutierte Projekt Ello. Die mediale Resonanz war beachtlich, nimmt aber schon wieder deutlich ab. Ergeht es Ello wie den bereits fast vergessenen Facebook-Alternativen „Amen“ und „Diaspora“?

Ello als Alternative zu Facebook?

Facebook steht seit Jahren in der Kritik. Nutzer bemängeln immer wieder undurchsichtige Privatsphäre-Einstellungen und die umstrittene Haltung des Konzerns zum Thema Datenschutz. Es scheint allerdings, als ob die andauernde Kritik Facebook nicht substantiell schadet. Ello besetzt mit seinem Geschäftsansatz die Schwachstellen von Facebook und wurde dafür in den vergangenen Wochen als die Facebook-Alternative platziert.

Spannende Berichte zur Usability von Ello finden Sie u.a. hier:
Ello, der neue Facebook-Konkurrent? (Artikel via Stuttgarter-Zeitung.de)
Hello, ello, turn your social media on! (Artikel via PR-Stunt.de)
Ello in den deutschsprachigen Online-Medien (blau) und Blogs (schwarz) im zeitlichen Verlauf vom 1.8.2014 bis zum 30.10.2014.

Ello in den deutschsprachigen Online-Medien (blau) und Blogs (schwarz) im zeitlichen Verlauf vom 1.8.2014 bis zum 30.10.2014.

Seit Kurzem firmiert das Unternehmen zudem als gemeinnützige Organisation und verpflichtet sich damit auch zum Verzicht auf den Verkauf von Daten und Werbung – für immer. Medial erfährt Ello für diesen Schritt und diese Positionierung entsprechende Resonanz.

Ello "Manifest"

Ello “Manifest”

Ello besetzt Schwachstellen von Facebook

Alle Treffer zum Suchwort Ello (blau) im Vergleich zu Treffern mit gleichzeitiger Nennung der Suchwörter „Facebook „ (schwarz), „Werbung*“ (rot), „Datenschutz“* (grün) und „Privatsphäre* (orange). Mehrfachnennung möglich.

Alle Treffer zum Suchwort Ello (blau) im Vergleich zu Treffern mit gleichzeitiger Nennung der Suchwörter „Facebook „ (schwarz), „Werbung*“ (rot), „Datenschutz“* (grün) und „Privatsphäre* (orange). Mehrfachnennung möglich.

Mit blueReport haben wir uns alle Treffer (blau in den Grafiken) aus dem Oktober 2014 in deutschsprachigen Online-Medien und Blogs angeschaut. Bei vielen Beiträgen handelt es sich natürlich um erste Erfahrungs- und Usability-Berichte. Es fällt zudem auf, dass fast jeder Artikel gleichzeitig Facebook nennt. Die mediale Positionierung als Facebook-Alternative ist mehr als deutlich. Gleichzeitig thematisieren gut 40% der Beiträge die Frage nach Werbung im Netzwerk (wörtliche Nennung des Suchbegriffes „Werbung*“(schwarz) ) und insgesamt ca. 37 % der Treffer „Datenschutz*“ (grün), „Privatsphäre*“ (orange) oder das Recht sich mit einem „Pseudonym*“ (lila) anmelden zu dürfen. Dazu kommen Debatten um die erlaubte Freizügigkeit der Nutzer auf ihren Profilbildern.

Alle Treffer im Oktober 2014 zum Suchwort Ello (blau) im Vergleich zu Treffern mit gleichzeitiger Nennung der Suchwörter „Facebook „ (schwarz), „Werbung*“ (rot), „Datenschutz“* (grün) und „Privatsphäre* (orange). Mehrfachnennung möglich

Alle Treffer im Oktober 2014 zum Suchwort Ello (blau) im Vergleich zu Treffern mit gleichzeitiger Nennung der Suchwörter „Facebook „ (schwarz), „Werbung*“ (rot), „Datenschutz“* (grün) und „Privatsphäre* (orange). Mehrfachnennungen möglich.

The Winner takes it all?

Soziale Netzwerke funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Alle wollen da hin, wo auch ihre Freunde bzw. Geschäftspartner sind. Neue Netzwerke müssen eine kritische Masse an Nutzern verzeichnen, die den jeweiligen Dienst attraktiv genug für immer weitere Personen machen. Umgekehrt kann eine Abwanderungsbewegung aus Unzufriedenheit bei einem bis dahin erfolgreichen Dienst nach dieser Logik eine Eigendynamik entwickeln, die zur Verwaisung führt. Bei anhaltender Kritik an Facebook ist es natürlich möglich, dass ein anderes, neues Soziales Netzwerk über die mediale Präsenz hinaus an Relevanz gewinnt. Ob Ello dieses Netzwerk ist und ob dieser Zeitpunkt jetzt erreicht ist, scheint doch zumindest fraglich.

Nichtsdestotrotz können Debatten, wie die aktuelle um Ello, Facebook unter Druck setzen und somit Einfluss auf den Global Player haben. Ein eindrückliches Beispiel dafür ist der Klarnamenszwang bei Facebook. Zwar haben die meisten Nutzer kein Problem mit ihren Phantasienamen oder Abwandlungen des tatsächlichen Namens, das Unternehmen hat jedoch das Recht, einen Account aufgrund dieser Tatsache zu sperren. In den USA hatte Facebook bekannten Travestiekünstlern eine Sperrung angedroht – ist nun aber zurückgerudert. In einer Petition hatten über 22.000 Unterstützer das Recht auf den Künstlernamen als offiziellen Profilnamen gefordert.

Das Entgegenkommen von Facebook wird von Beobachtern mit der Abwanderung zahlreicher User aus der schwul-lesbischen Community zu Ello erklärt.

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© Sandra Stockinger, Leiterin Marketing & Verkauf Zermatt Bergbahnen AG

bR: Zermatt Bergbahnen ist auf Social Media, z.B. mit einem nachhaltig gepflegten Facebook-Profil oder einem eigenen Youtube-Channel sehr präsent. Welche Rolle spielen die verschiedenen Social Media-Kanäle für Ihre Kommunikation und welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Präsenz auf Facebook und Co.?

Sandra Stockinger: Für uns als Bergbahnen erfüllen Social Media-Präsenzen primär eine Kundenbeziehungsfunktion. Wir suchen auf diesen Plattformen den Dialog mit unseren Kunden, teilen Informationen und versuchen damit Verständnis und Begeisterung für unser Unternehmen und unsere Dienstleistungen zu schaffen. Zudem können wir via Social Media das Image unserer Unternehmung aktiv gestalten und bieten unseren Kunden einen alternativen Kommunikationskanal zu uns und anderen Zermatt Bergbahnen Kunden.

Stichwort Medienkonvergenz: News werden immer öfter multimedial aufbereitet und mit vielfältigen Daten unterlegt. Man darf davon ausgehen, dass PR-, Marketing- und Kommunikationsabteilungen in Unternehmen, Organisationen und Institutionen deshalb vermehrt auch multimedialen Content oder Datenreihen bereitstellen müssen, um ihre Inhalte überhaupt in den Medien bzw. direkt beim Kunden platzieren zu können. Wo können die Kommunikations- und PR-Profis ansetzen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden und wie setzen Sie dies bei der Zermatt Bergbahnen AG um?

Das veränderte Nutzerverhalten und die daraus resultierende Verschmelzung der Medien ist für die Kommunikations- und PR-Branche eine grosse Chance – aber auch eine ebenso grosse Herausforderung. Wichtig ist bei der ganzen Komplexität, den Informationsfluss im Unternehmen selbst so unbürokratisch wie möglich zu gestalten. Konkret lassen sich durch ein zentrales Datenmanagement-System gästerelevante Informationen vom Skigebiet rasch auf mehreren Kanälen verbreiten. Es gilt vor allem, für die einzelnen Zielgruppen das ideale Medium oder Format resp. Kombinationen zu finden, um effektiv zu kommunizieren.

Was ist aktuell die größte Herausforderung in Ihrem Beruf?

In meiner Funktion als Leiterin Marketing & Verkauf bei den Zermatt Bergbahnen begegne ich täglich Herausforderungen – seien es verändertes Kundenverhalten, neuartige Kommunikationsformen oder innovative Technologien. Die wohl grösste Herausforderung ist aber sicherlich Trends im Kundenverhalten oder generell in der Reisebranche rechtzeitig zu erkennen und gewinnbringend für das eigene Unternehmen umzusetzen. In der Bergbahnbranche kämpfen wir mit einem stagnierenden bzw. leicht rückläufigen Skifahrermarkt. Es gilt daher „neue“ Wachstumsmärkte wie China und Südkorea aufzubauen und klassische Skimärkte wie die Schweiz, Deutschland, UK und USA zu reaktivieren.

Welche Kommunikations-Skills müssen wir uns heute aneignen, um in zehn Jahren noch erfolgreich in der Kommunikationsbranche zu sein?

Man sollte immer offen sein für neue Kommunikationsformen. Wer hätte sich vor 10 Jahren schon gedacht, was wir heute alles neben dem Telefonieren mit unseren Smartphones machen (können). Es bedarf also einer gewissen Empathie für die Gesellschaft und deren ständig verändernden Kommunikationsbedürfnisse. Zudem ist es meines Erachtens wichtig, dass man bei der Kommunikation immer auf Authentizität und Transparenz achtet.

Was war für Sie das herausragendste Kommunikationsereignis der letzten 12 Monate?

Das war für mich ganz klar die ALS Ice Bucket Challenge. Es hat mich begeistert zu beobachten, wie explosionsartig sich diese Spendenkampagne über die sozialen Netzwerke verbreitet hat. Obwohl der ernsthafte Hintergrund teilweise verloren ging, ist diese Kampagne für mich eine Glanzleistung im viralen Marketing, was auch die immens gestiegenen gesammelten Spendenbeträge bestätigen.

Mit der Reihe »5 Fragen an…» rückt blueReport die vielseitigen Herausforderungen unserer Kunden aus Kommunikation und Marketing in den Fokus. In loser Folge beantworten namhafte Kommunikations- und Marketingprofis aus Deutschland, der Schweiz und Österreich 5 Fragen zu brandaktuellen Themen der Kommunikationswelt.