Archive für Social Web

filterblase

aus Videopräsentation E. Pariser vom März 2011

Der Medienwandel schreitet voran: analoge Medieninhalte verlagern sich auf die entsprechenden Newsportale der Verlage und TV-Stationen im Netz. Das ist nicht neu. Ebenso wenig ist es neu, dass die Produzenten von Onlinecontent Social Media nutzen, um Traffic auf ihren eigenen Websites zu lenken und damit für Werbepartner attraktiv zu sein. Im letzten Herbst hat Holger Schmidt in einem lesenwerten Beitrag dargelegt, wie sich Facebook so als «Gatekeeper für Nachrichten» etabliert.

Beiträge von Onlinemedien im Facebook Newsfeed

Wie Spiegel Online nun Ende März 2015 berichtete, soll Facebook nun mindestens sechs «Medienunternehmen angeboten haben, Inhalte direkt auf seiner Plattform zu veröffentlichen – also nicht, wie bislang, nur in Form einer Verlinkung auf die jeweilige Website.» Im Gegenzug zu einer Beteiligung an Facebooks Werbeeinkünften würden die Medienpartner Inhalte ausschliesslich – oder zumindest vorab – für den Facebook Newsfeed produzieren. Und damit auf Besucher und Werbeumsätze auf ihren eigenen Newsportalen verzichten. Als (Start-)Partner sollen dabei nicht nur Onlineunternehmen wie Buzzfeed im Gespräch sein, sondern auch traditionelle Medienhäuser wie die New York Times, National Geographic oder der Guardian.

Ein weiterer Schritt zum personalized Newspaper – und zur persönlichen Filter Bubble

Die möglichen Vorteile einer solchen Zusammenarbeit liegen für traditionelle Verleger auf der Hand: Facebook kann durch seine riesige Nutzerbasis die Reichweite eines Artikels potenziell vervielfachen und verfügt über eine Fülle an persönlichen Nutzerdaten, mittels welcher sich Newsinhalte passgenau und mit viel weniger Streuverlust an die gewünschte Leserschaft richten lassen. «Is it worth the tradeoff to get extra Facebook dollars today in exchange for a little of your independence tomorrow?» schreibt Joshua Benton von niemanlab.org und stellt die Frage in den Raum, ob sich diese Art der Content-Verbreitung für die Verleger nicht nur kurz- sondern auch mittelfristig wohl rechne.

Sobald Inhalte spezifisch für Facebook oder YouTube hergestellt werden, steigt sowohl für den News-Produzenten, aber auch für die Leser, die Abhängigkeit von eben diesen sozialen Netzwerken weiter an. Man ist den Algorithmen der Social Media Plattformen insofern ausgeliefert, als diese frei entscheiden können, wer welche Nachrichten in seinem Newsfeed zu sehen bekommt. Das ist problematisch, da Facebook & Co. in erster Linie die Absicht verfolgen werden, ihren Nutzern News anzuzeigen, mit welchen sich möglichst hohe Werbeeinnahmen generieren lassen. Weiter werden soziale Netzwerke aller Voraussicht nach keine neutrale Auswahl an Newsinhalten anzeigen, sondern vor allem solche, von denen sie ausgehen, dass sie ihren Nutzern gefallen. Das führt dazu, dass sich der Effekt einer persönlichen Filter Bubble weiter akzentuiert.

Was heisst das für Ihr Media Monitoring?

Bis dato wurden Online und Social Media von vielen Medienbeobachtern als verwandte, aber grundsätzlich von einander getrennte Medienkanäle betrachtet, die miteinander in einer Wechselwirkung verknüpft waren: Onlineartikel werden via Social Media geteilt, verbreitet und kommentiert. In der Gegenrichtung fanden Diskussionen und Äusserungen von sozialen Netzwerken, Blogs und Foren den Weg in die Onlinemedien. Werden Onlineinhalte zukünftig direkt und ausschliesslich auf Social Media veröffentlicht, werden News aufgrund ihrer Personalisierung heterogener. Damit geht einher, dass Media Monitoring noch stärker als heute eine Hilfestellung bieten muss, Beiträge hinsichtlich ihrer Relevanz richtig einordnen um wichtige von weniger wichtigen Meldungen separieren zu können. Zudem ist davon auszugehen, dass Bild- und Videoinhalte sowie auf Interaktion ausgelegte Beiträge weiter an Wichtigkeit gewinnen werden. Daraus ergibt sich die Herausforderung, Möglichkeiten bereitzustellen, diese Inhalte einfach, zeitnah und effizient verarbeiten zu können.

Weitere Lesehinweise:
Facebook May Host News Sites’ Content (NY Times)
Zukunft der Medien: Daten sammeln, Kontrolle verlieren (Spiegel Online)
Alles auf Blau (Silo Journalism / medium.com)

2015 Der Jahreswechsel bringt traditionell den ein oder anderen Jahresrückblick und entsprechende Prognosen für das kommende Jahr mit sich. Davor macht selbstverständlich auch die Kommunikationsbranche nicht halt – im Gegenteil. Gerade der Katalysator des Medienwandels, das Social Web, wirft jedes Jahr wieder die Frage nach den neuesten Trends und entscheidenden Entwicklungen auf. Aber wie neu sind die Trends und was bedeuten sie eigentlich für PR- und Marketingprofis?

Die wichtigsten Entwicklungen 2015

Wir haben einen Blick auf die Prognosen in zahlreichen deutsch- und englischsprachigen Medien und der Blogosphäre geworfen. Herausragend werden diesen zufolge vier Entwicklungen sein, die ohne Frage Einfluss auf unsere Arbeit haben werden.

1. Die mobile Nutzung nimmt stetig zu

Für Jeff Bullas, Internet Marketing Experte aus Australien, ist es ganz oben auf der Liste der Social Media Trends 2015: Das mobile Netz ist nicht mehr aufzuhalten. Es gelte nicht mehr “online”, sondern “mobile” first. Entsprechend angepasst müssten die Inhalte sein – grafisch und inhaltlich. Auch für Forbes gehört dies zu den wichtigsten Veränderungen des noch jungen Jahres.

2. Reichweite wird teuer

Das österreichische Portal “fisch + fleisch” bringt es auf den Punkt: “Ohne Geld geht 2015 nichts mehr.” Das gilt vor allem für Reichweiten bei Facebook. Kampagnen werden immer mehr über Ads gesteuert, die zwar teurer werden, dafür aber auch ihre Zielgruppe immer genauer erreichen.

3. Videoinhalte werden immer beliebter

Bereits 2014 waren Bilder, Gifs und kurze Videos das Mittel der Wahl für virales Storytelling. Bewegtbilder werden auch in diesem Jahr nicht mehr aus der Kommunikation wegzudenken sein (siehe dazu auch den aktuellen Beitrag von Nicolas Scheidtweiler) und Portale wie Instagram weiter an Relevanz gewinnen. Gleichzeitig wird Bloggen aber auch zum “Marketing-Mainstream”, meint der Blogger Ritchie Pettauer. Texte, Videos, Gifs etc. ergänzen sich hier gegenseitig.

4. Unternehmen werden mehr Ressourcen ins Social Web investieren

Social Media braucht gute Geschichten bzw. guten Content. Unternehmen sind gerade dabei das Potenzial von Videos neu zu entdecken oder eigene Formate zu entwickeln (siehe Experteninterviews auf Geistreich 78). Kostenfrei wird diese Professionalisierung allerdings nicht sein. Um Aufmerksamkeit über Soziale Netzwerke zu erlangen, werden Unternehmen deutlich mehr Ressourcen und Expertenwissen in die Hand nehmen müssen.

Spürbare Konsequenzen im Arbeitsalltag

Alles nicht so richtig neu? Vielleicht. Allerdings wird 2015 deutlich werden, dass Social Media nicht mehr nebenbei und ohne Aufwendung von zusätzlichen personellen und finanziellen Ressourcen geht. Der schnelle Facebook-Post zwischendurch wird zunehmend wertlos werden und die Erstellung von Videoinhalten und Grafiken wird technisch immer größere und neue technische Anforderungen an Profi-Kommunikatoren stellen (so beschreibt es auch der Präsident der Berner Public Relations Gesellschaft (BPRG) Cla Martin Caflisch in unserem “5 Fragen an…”-Interview). Ziel muss es 2015 sein, neue Wege in der Markenkommunikation zu finden und vielleicht auch neue Plattformen für sich zu entdecken. Nicht für jedes Unternehmen ist oder bleibt Facebook der kostengünstige Königsweg. Dazu gehört ohne Frage auch ein professionelles Social Media Monitoring und der effiziente Einsatz der gewonnenen Informationen. 2015 wird das Jahr, in dem wir uns vor der Frage, was unsere Zielgruppe wirklich interessiert, nicht mehr drücken können.

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©Thomas Jauch, 2014.

Tom Jauch ist Kommunikationschef bei der CVP Schweiz. Die CVP ist als Regierungspartei mit insgesamt rund 100’000 Mitgliedern und unter der Führung von Bundesrätin Doris Leuthard und Präsident Christoph Darbellay eine der treibenden politischen Kräfte der Schweiz. Tom Jauch gibt uns zwischen dem letzten Abstimmungswochenende des Jahres und dem Start ins Wahljahr 2015 Einblicke in die Social Media Strategie der CVP, geplante Abstimmungskampagnen und den Wahlkampf 2015.

Christophe Darbellay, Präsident der CVP Schweiz, ist einer der aktivsten Schweizer Parteipräsidenten auf Twitter. Wie wichtig ist es für die Positionierung eine Schweizer Partei bzw. wichtige Exponenten einer Partei heute auf Social Media Kanälen aktiv zu sein und wo liegen allfällige Chancen und Risiken?

Wir nutzen Twitter und Facebook täglich, Youtube und Flickr etwas seltener. Insbesondere Twitter ist für eine Partei heute ein «Must». Dies gilt auch für die wichtigsten Exponenten einer Partei. «Fish where the Fish are». Mit Kanälen wie Facebook oder Twitter schafft man es heute, innerhalb kürzester Zeit direkt zu den politikinteressierten Menschen zu gelangen, ohne auf den Goodwill einzelner Medien angewiesen zu sein. Für eine lebendige Demokratie eine echte Chance. Risiken sehe ich vor allem im Ressourcenaufwand. Wenn es zu ausufernden Diskussionen auf einem Social Media Kanal kommt, bindet es schnell viel Zeit und Know-How.

Wofür nutzen Sie bei der CVP Social Media hauptsächlich (z.B. Kommunikation mit der Wählerschaft, Informationsaustausch und Kontaktpflege mit Journalisten, Stärkung Parteiprofil etc.)?

Wir nutzen Twitter vorwiegend für den Austausch mit den Medienschaffenden, anderen Parteien oder Organisationen. Medienschaffende zitieren in einem Artikel lieber einen auf den Punkt gebrachten Tweet, als sich durch ausschweifende Medienmitteilungen einer Partei zu quälen. Wir definieren jeweils ganz genau, zu welchen Themen wir eine Medienmitteilung veröffentlichen und welche Geschäfte wir auf wenige Zeichen reduziert per Tweet kommentieren. Facebook nutzen wir vorwiegend zur Kommunikation mit unseren Mitgliedern und Sympathisanten. Da dürfen neben politischen Inhalten durchaus auch Peoplestories zur Sprache kommen.

Was ist aus Kommunikationssicht aktuell die größte Herausforderung in Ihrem Beruf?

Wir stehen vor einem Wahljahr. Den Auftakt dazu machen wir mit der Abstimmungskampagne zu unserer Familieninitiative «Steuerfreie Kinder- und Ausbildungszulagen». Danach geht es fliessend in den Wahlkampf über. Das zeigt die grossen Kommunikationsherausforderungen vom kommenden Jahr auf.

Welche Kommunikations-Skills müssen wir uns heute aneignen, um auch in fünf oder zehn Jahren noch erfolgreich kommunizieren zu können?

Es wird immer neue Kommunikationskanäle geben und wir werden dank ihnen noch schneller und vor allem dialoggruppenspezifischer kommunizieren können. Um an der Fülle von Information nicht irgendwann zu ersticken, braucht es die Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem differenzieren zu können und sich auch einmal auszuklinken. Bei all den technischen Möglichkeiten dürfen wir nicht verlernen, miteinander zu reden.

Ganz generell: Was war für Sie das herausragendste Kommunikationsereignis der letzten 12 Monate?

Wenn PR-Berater, PR-Berater brauchen! Für mich gehört die «Selfie-Geschichte» rund um den grünen Nationalrat Geri Müller sicher mit zu den spannendsten Polit-Kommunikationsgeschichten in diesem Jahr.

Mit der Reihe «5 Fragen an…» rückt blueReport die vielseitigen Herausforderungen unserer Kunden aus Kommunikation und Marketing in den Fokus. In loser Folge beantworten namhafte Kommunikations- und Marketingprofis aus Deutschland, der Schweiz und Österreich 5 Fragen zu brandaktuellen Themen der Kommunikationswelt.
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Zhao Li – Kommunikationsverantwortliche von Blum China . © Zhou Xiaoling

Während in Europa noch einige alteingesessene Konzerne auf eine minimale Präsenz in den Social Media setzen oder gänzlich darauf verzichten, zeigt China, dass es ohne soziale Kommunikationswege nicht mehr geht. Die österreichische Julius Blum GmbH ist als Traditionsunternehmen weltweit erfolgreich. In China nutzt der Möbelbeschlagshersteller als klassisches B2B-Unternehmen auch Kanäle wie das in China extrem verbreitete Netzwerk WeChat. Wir haben der Kommunikationsverantwortlichen von Blum für den chinesischen Markt, Zhao Li, ein paar Fragen zu dieser Entwicklung und den spannenden Unterschieden zwischen den Social Media Landschaften in China und Europa stellen können.

blueReport: Was ist aktuell die größte Herausforderung in Ihrem Beruf?

Zhao Li: Neben dem Aufbau und der Weiterentwicklung unseres eigenen Blum China-WeChat- Accounts, ist meine größte Herausforderung im Moment auf dem Laufenden zu bleiben, was Social Media betrifft. In China sind Apps und Plattformen sowie ihre Services und Möglichkeiten in den letzten Jahren schier explodiert. Der Markt befindet sich in einem dauernden Wandlungsprozess. Es gibt ständig Neuerungen und Erweiterungen. Die wichtigen herauszufiltern, und tatsächliche Trends zu erkennen, ist nicht immer einfach. Zudem müssen wir als Unternehmen auch immer mit der Weiterentwicklung der Dienste mithalten, die wir bereits nutzen. WeChat zum Beispiel wird ständig hinsichtlich seiner Tools erweitert und verbessert – beinahe im Monatstakt.

Welche Skills müssen wir uns heute aneignen, um in zehn Jahren noch erfolgreich in der Kommunikationsbranche zu sein?

Think Global! Dass die Welt global immer vernetzter wird, ist ja prinzipiell ein alter Hut. Aber mit den heutigen Social Media hat eine Globalisierung der neuen Art begonnen – interessanter Weise ist es eine “privatere” Globalisierung. Beispiel: Ich kann heute auf WeChat einen Gruppenchat mit beliebigen meiner Freunde einrichten, die auf alle Länder und Regionen der Welt verteilt sind. Und hier kann ich sie durch Text- und Sprachnachrichten, aber auch Bilder und Videos nicht nur in Echtzeit an meinem Urlaub in Österreich teilnehmen lassen, sondern wir können dabei sogar interagieren. Wenn man so will, nehme ich meine gesamten Freunde in den Urlaub mit, wenn ich dies möchte. Genauso kann ich mich natürlich mit Freunden in der ganzen Welt sehr einfach beraten, etwa bevor ich ein bestimmtes Produkt kaufe. Diese Entwicklung macht es für Unternehmen nicht gerade einfacher, ihre Zielgruppen zu erreichen – eher im Gegenteil. Sie müssen in die privaten Freundeskreise erst vordringen und sind dann darauf angewiesen, dass ihre Inhalte von den Nutzern in Eigenregie weiter kommuniziert werden.

Was war für Sie das herausragendste Kommunikationsereignis der letzten 12 Monate?

Da kann es nur eines geben – die Fußball WM in Brasilien. Vermutlich kann man sich in Deutschland kaum vorstellen, wie groß die Begeisterung für dieses Ereignis und den Sieg der Deutschen Nationalmannschaft in China war, und das obwohl die chinesische Nationalmannschaft nicht an dem Turnier teilnahm. Es war lustig zu sehen, dass spätestens ab dem Viertelfinale, in der Nachbarschaft nachts immer mehr Lichter in den Wohnzimmern brannten. Und nicht nur das chinesische Fernsehen hat fast rund um die Uhr über die Spiele in Brasilien berichtet. Auch in den Social Media wurde 24/7 kommuniziert, diskutiert, gejubelt und ganz nach chinesischer Art auch die eine oder andere Wette abgeschlossen.

Welche Unterschiede sehen Sie im Bereich Social Media zwischen Europa und China?

In Europa nutzen etwa 60 bis 70% der Internetnutzer Social Media, in China über 90%. Auch ist die Nutzungsdauer im Bereich Social Media pro Tag in China deutlich höher als Europa. Daneben ist ein deutlicher qualitativer Unterschied, dass die mobile Nutzung des Internets in China wesentlich ausgeprägter ist. 96% der Smartphone Besitzer suchen auf diesem nach lokalen Informationen, 98% suchen mobil nach Produktinformationen und ganze 70% machen ihre Einkäufe auch gerne mal von Unterwegs. In einer chinesischen U-Bahn steht man nicht selten in Mitten einer Vielzahl von Leuten, die auf ihrem Smartphone die nächste Bestellung eingeben, Videospiele spielen, Filme oder TV-Serien schauen oder eben auf einer der Social Media Plattformen aktiv sind. Neben Unterschieden bei den Nutzern gibt es übrigens auch große Unterschiede bei den Social Media Landschaften selbst. Die Chinesische Social Media Landschaft ist wesentlich fragmentierter und komplexer als die Europas, die Plattformen und Ihre Entwickler kreativer, flexibler und noch mehr am praktischen (alltäglichen) Nutzen für die User interessiert. So gibt es in China zum Beispiel nicht nur ein Social Network wie Facebook, sondern mehrere, und die heißen dann „renren“, „douban“ und „kaixin“.

Welche Rolle spielt ein so großes Soziales Netzwerk wie WeChat in China und wie nutzen Unternehmen dieses?

Es wird erwartet, dass WeChat im Jahr 2015 die Anzahl von 600 Millionen Nutzern erreicht – bei weiterhin rasantem Wachstum. Bei den jüngeren und mittleren Altersgruppen gibt es kaum noch jemanden, der keinen WeChat Account hat, wenn er ein Smartphone besitzt. Die Plattform ist aber nicht nur wegen der Anzahl ihrer Nutzer im Alltag allgegenwärtig, sondern auch wegen ihrer Anwendungsmöglichkeiten. Sie kombiniert und erweitert Funktionen, die man in Europa von Facebook, Whatsapp, Twitter, Google und Amazon kennt. Mit WeChat kann man chatten, teilen, suchen, sich seinen eigenen Online-Shop einrichten, sich ein Taxi bestellen, sich die Speißekarte des gerade betretenen Restaurants herunterladen und seit Neustem verfügt das Medium auch über eine Bezahlfunktion, die fast unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten findet. Damit wird WeChat von der Informations- und Interaktionsplattform immer mehr zur virtuellen Identität seiner Nutzer, und ist zunehmend mit deren Alltagsrealität verbunden. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie um WeChat in Zukunft nicht mehr herumkommen – so wie heute auch jedes Unternehmen eine Homepage hat. Je nach Branche und Business Modell wird WeChat von Unternehmen unterschiedlich genutzt. Einige bieten ihre Produkte an, andere nutzen die Möglichkeit zur engen Interaktion mit den Followern ihres Unternehmens-WeChat-Accounts. Die große Mehrzahl ist allerdings heute noch in der Probierphase und nutzt WeChat als einen Kanal zur Informationsvermittlung an die Follower, so wie wir bei Blum China.

Mit der Reihe »5 Fragen an…» rückt blueReport die vielseitigen Herausforderungen unserer Kunden aus Kommunikation und Marketing in den Fokus. In loser Folge beantworten namhafte Kommunikations- und Marketingprofis aus Deutschland, der Schweiz und Österreich 5 Fragen zu brandaktuellen Themen der Kommunikationswelt.