Archive für Facebook

Neue Soziale Netzwerke haben es nicht einfach. Das erfährt auch das aktuell breit diskutierte Projekt Ello. Die mediale Resonanz war beachtlich, nimmt aber schon wieder deutlich ab. Ergeht es Ello wie den bereits fast vergessenen Facebook-Alternativen „Amen“ und „Diaspora“?

Ello als Alternative zu Facebook?

Facebook steht seit Jahren in der Kritik. Nutzer bemängeln immer wieder undurchsichtige Privatsphäre-Einstellungen und die umstrittene Haltung des Konzerns zum Thema Datenschutz. Es scheint allerdings, als ob die andauernde Kritik Facebook nicht substantiell schadet. Ello besetzt mit seinem Geschäftsansatz die Schwachstellen von Facebook und wurde dafür in den vergangenen Wochen als die Facebook-Alternative platziert.

Spannende Berichte zur Usability von Ello finden Sie u.a. hier:
Ello, der neue Facebook-Konkurrent? (Artikel via Stuttgarter-Zeitung.de)
Hello, ello, turn your social media on! (Artikel via PR-Stunt.de)
Ello in den deutschsprachigen Online-Medien (blau) und Blogs (schwarz) im zeitlichen Verlauf vom 1.8.2014 bis zum 30.10.2014.

Ello in den deutschsprachigen Online-Medien (blau) und Blogs (schwarz) im zeitlichen Verlauf vom 1.8.2014 bis zum 30.10.2014.

Seit Kurzem firmiert das Unternehmen zudem als gemeinnützige Organisation und verpflichtet sich damit auch zum Verzicht auf den Verkauf von Daten und Werbung – für immer. Medial erfährt Ello für diesen Schritt und diese Positionierung entsprechende Resonanz.

Ello "Manifest"

Ello “Manifest”

Ello besetzt Schwachstellen von Facebook

Alle Treffer zum Suchwort Ello (blau) im Vergleich zu Treffern mit gleichzeitiger Nennung der Suchwörter „Facebook „ (schwarz), „Werbung*“ (rot), „Datenschutz“* (grün) und „Privatsphäre* (orange). Mehrfachnennung möglich.

Alle Treffer zum Suchwort Ello (blau) im Vergleich zu Treffern mit gleichzeitiger Nennung der Suchwörter „Facebook „ (schwarz), „Werbung*“ (rot), „Datenschutz“* (grün) und „Privatsphäre* (orange). Mehrfachnennung möglich.

Mit blueReport haben wir uns alle Treffer (blau in den Grafiken) aus dem Oktober 2014 in deutschsprachigen Online-Medien und Blogs angeschaut. Bei vielen Beiträgen handelt es sich natürlich um erste Erfahrungs- und Usability-Berichte. Es fällt zudem auf, dass fast jeder Artikel gleichzeitig Facebook nennt. Die mediale Positionierung als Facebook-Alternative ist mehr als deutlich. Gleichzeitig thematisieren gut 40% der Beiträge die Frage nach Werbung im Netzwerk (wörtliche Nennung des Suchbegriffes „Werbung*“(schwarz) ) und insgesamt ca. 37 % der Treffer „Datenschutz*“ (grün), „Privatsphäre*“ (orange) oder das Recht sich mit einem „Pseudonym*“ (lila) anmelden zu dürfen. Dazu kommen Debatten um die erlaubte Freizügigkeit der Nutzer auf ihren Profilbildern.

Alle Treffer im Oktober 2014 zum Suchwort Ello (blau) im Vergleich zu Treffern mit gleichzeitiger Nennung der Suchwörter „Facebook „ (schwarz), „Werbung*“ (rot), „Datenschutz“* (grün) und „Privatsphäre* (orange). Mehrfachnennung möglich

Alle Treffer im Oktober 2014 zum Suchwort Ello (blau) im Vergleich zu Treffern mit gleichzeitiger Nennung der Suchwörter „Facebook „ (schwarz), „Werbung*“ (rot), „Datenschutz“* (grün) und „Privatsphäre* (orange). Mehrfachnennungen möglich.

The Winner takes it all?

Soziale Netzwerke funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Alle wollen da hin, wo auch ihre Freunde bzw. Geschäftspartner sind. Neue Netzwerke müssen eine kritische Masse an Nutzern verzeichnen, die den jeweiligen Dienst attraktiv genug für immer weitere Personen machen. Umgekehrt kann eine Abwanderungsbewegung aus Unzufriedenheit bei einem bis dahin erfolgreichen Dienst nach dieser Logik eine Eigendynamik entwickeln, die zur Verwaisung führt. Bei anhaltender Kritik an Facebook ist es natürlich möglich, dass ein anderes, neues Soziales Netzwerk über die mediale Präsenz hinaus an Relevanz gewinnt. Ob Ello dieses Netzwerk ist und ob dieser Zeitpunkt jetzt erreicht ist, scheint doch zumindest fraglich.

Nichtsdestotrotz können Debatten, wie die aktuelle um Ello, Facebook unter Druck setzen und somit Einfluss auf den Global Player haben. Ein eindrückliches Beispiel dafür ist der Klarnamenszwang bei Facebook. Zwar haben die meisten Nutzer kein Problem mit ihren Phantasienamen oder Abwandlungen des tatsächlichen Namens, das Unternehmen hat jedoch das Recht, einen Account aufgrund dieser Tatsache zu sperren. In den USA hatte Facebook bekannten Travestiekünstlern eine Sperrung angedroht – ist nun aber zurückgerudert. In einer Petition hatten über 22.000 Unterstützer das Recht auf den Künstlernamen als offiziellen Profilnamen gefordert.

Das Entgegenkommen von Facebook wird von Beobachtern mit der Abwanderung zahlreicher User aus der schwul-lesbischen Community zu Ello erklärt.

Gute Bewertungen / großOb beim Kauf eines neuen Kühlschranks, bei der Urlaubsplanung oder bei der Wahl des passenden Krankenhauses – wir fragen nicht mehr nur Familie und Freunde nach Ihrer Meinung, sondern eine große Masse an Menschen in unterschiedlichen Sozialen Netzwerken und Foren. Gerade auch für das Gesundheitswesen wird das Social Web und damit auch die Frage nach einem passenden Media Monitoring immer wichtiger.

Wichtige Bedeutung der Bewertungsportale

In Bewertungsportalen wie Klinikbewertungen.de, Jameda.de und Sanego.de finden sich sehr umfangreiche und detaillierte Erfahrungsberichte zu Praxen und Kliniken. Viele Ärzte fordern ihre Patienten mittlerweile aktiv auf, dort Bewertungen zu hinterlassen. Gerade Ärzte nutzen auf Jameda.de die Möglichkeit, ein eigenes Profil zu hinterlegen. Informationen zu Ausbildung, Weiterbildung und Leistungsumfang stehen so gemeinsam mit den Bewertungen der Patienten zur Verfügung.

Wie andere Branchen auch werden Krankenhäuser, Ärzte und andere Einrichtungen durch die Kommunikation im Social Web transparenter. Davon profitieren allerdings nicht nur die Patienten. Mit einer guten und offenen Kommunikation können Praxen und Kliniken einen größeren Kreis an neuen Patienten erreichen. Zufriedene Patienten werden zu unbezahlbarer Werbung.

Bewertungsfunktion und Fanpages auf Facebook

Auch die Bewertungen und Rezensionen auf Facebook haben für Gesundheitseinrichtungen jüngst an Bedeutung gewonnen. Seit November 2013 steht auch in der Desktop-Version von Facebook eine Bewertungsfunktion für Unternehmensseiten prominent platziert zur Verfügung. Rezensionen können in Form eines 5-Sterne-Systems oder als kurzer Erfahrungsbericht abgegeben werden. Seitenbetreiber können einzelne Bewertungen dabei nicht löschen oder bearbeiten.
Bewertungen Facebook
Einige Krankenhäuser und andere Einrichtungen betreiben aktiv eine eigene Fanpage. Der Dialog mit Patienten und Angehörigen steht dabei selten im Mittelpunkt. Es finden sich dafür vermehrt Hinweise auf Veranstaltungen wie einen „Tag der offenen Tür“ oder Blutspende-Aktionstage.

Das Fehlen einer eigenen Präsenz kann wiederum problematisch werden, da Facebook basierend auf den Interessen und Angaben der Nutzer automatisch Seiten generiert. Während Bewertungen und Kritik trotzdem auf der Seite platziert werden, fehlt es dann an der Möglichkeit, sich selbst zu präsentieren und in den Dialog zu treten.

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Seit ein paar Tagen steht US-amerikanischen Nutzern (und Nutzern der US-amerikanischen Sprachversion) die neueste Facebook-Funktion Graph Search zur Verfügung. In Kürze soll diese erweiterte Suche auch Nutzern aus anderen Ländern freigeschaltet werden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist im Moment lediglich eine Demo-Version verfügbar.

Beispiel aus Demo Version Facebook Graph Search

Mit Graph Search ist es Nutzern möglich, gezielt Such-Attribute miteinander zu verknüpfen und nach diesen in ihrem Freundeskreis oder in öffentlichen Profilen zu suchen. So sind Abfragen wie “Freunde, die aus Berlin kommen und Single sind” oder “Freunde, die in Zürich wohnen und Grafikdesign studiert haben” möglich, aber auch das Suchen nach beliebten und von Freunden besuchten Restaurants bzw. Orten. Was sich nützlich anhört, kann problematisch werden, wenn dadurch zum Beispiel auch politische Ansichten einer breiteren Gruppe an Menschen Preis gegeben werden.

Graph Search und Datenschutz

Die mediale Resonanz war, wie bei einer neuen Facebook-Funktion nicht anders zu erwarten, hoch. Nach dem ersten Peak der Ankündigungen prägten aber auch Beiträge die Berichterstattung, die Fragen nach dem Datenschutz in den Mittelpunkt stellten. Spiegel Online und die Tages Woche veröffentlichten beispielsweise Artikel mit Hinweisen und Tipps zum besseren Schutz der Privatsphäre.

Der Facebook Graph Search in den Online-Medien und Blogs im deutschsprachigen Raum (blau) im Vergleich zu den Beiträgen die den Datenschutz thematisieren (rot).

Der Facebook Graph Search in den Online-Medien und Blogs im deutschsprachigen Raum (blau) im Vergleich zu den Beiträgen, die auch den Datenschutz thematisieren (rot).

Auch Facebook selbst kommuniziert Hinweise zu den Privatsphäre-Einstellungen. Die Bedenken bleiben allerdings. Vor allem, weil das Problem nicht die technische Möglichkeit zum Schutz der Informationen ist, sondern das Wissen über diese unter den Nutzern des Sozialen Netzwerkes.

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Bild von Joe Trippi

Campaigning Pionier Joe Trippi

Er gilt als Pionier des politischen Social Media Campaigning. Am 7. Juni wird Joe Trippi auf dem Campaigning Summit Zürich sprechen.

Joe Trippi war 2004 Wahlkampfmanager für Howard Dean, der damals gegen George W. Bush antreten wollte. Seine Kampagne ist als erster internetbasierter Wahlkampf in die Geschichte eingegangen. Über Online-Plattformen wurden Kleinspenden gesammelt und freiwillige Wahlkampfhelfer organisiert. Damit schafften Trippi und sein Team die Grundlage für die Social Media Wahlkämpfe der danach folgenden Jahre.

Bis heute ist Joe Trippi einer der bekanntesten Politikberater. Er arbeitete unter anderem für John Edwards, der 2004 und 2008 an den Vorwahlen für die Präsidentschaftswahl teilnahm. Für verschiedene Kampagnen war er auch international tätig. So unterstützte er beispielsweise 2008 in Simbabwe Morgan Tsvangirai (Bewegung für einen demokratischen Wandel (MDC)) in seinem Wahlkampf gegen Robert Mugabe und 2011 Goodluck Jonathan, den heutigen Präsidenten von Nigeria.

Bereits 2004 veröffentlichte er sein viel beachtetes Buch. “The Revolution Will Not Be Televised“.

Campaigning Summit

Trippi ist einer von fünf Referenten des Campaigning Summits Zürich am 7. Juni 2013. Tickets für die Veranstaltung, die unter dem Motto «Menschen, die bewegen – Kampagnen, die bewegen.» stattfindet, sind noch erhältlich. Mit dem Code “blue13MA” gibt es zudem 10% Rabatt auf alle Ticketkategorien.

Verlosung von “The Revolution Will Not Be Televised”

Alle Teilnehmer des Campaigning Summit können zusätzlich ein Exemplar von Joe Trippis Buch gewinnen. Einfach bis zum 31. Mai. 2013 eine Nachricht mit dem Stichwort “Campaigning Summit” an service@blueReport.net schicken. Unter allen Einsendungen werden drei Bücher verlost. Die Gewinner bekommen die Exemplare direkt vor Ort auf dem Summit. Der Autor wird diese dann noch signieren.

Joe Trippi im Interview

Wir haben den Politikberater zudem zur Rolle der Sozialen Netzwerke im Wahlkampf, dem Einfluss der Social Media und dem Zusammenhang zwischen Campaigning und Public Relations befragt.

blueReport:  More and more politicians in Germany and Switzerland are using social media to communicate with voters and future voters. Most of them focus on Facebook and Twitter. Is this enough? What are the key social media channels in 2013?

Joe Trippi: It’s not a matter of being on enough channels- it’s a matter of being on the right channels, for your audience and the people you are trying to reach. The way campaigns are headed is the way that marketing for products is heading: towards personalization. How much do you know about your audience? Do you know their likes and interests and, for that matter, their dislikes? And can you reach them where they are, on platforms they’re using, in a way that they want to be reached, with relevant and actionable information. This was the big story to come out of the US election in 2012: the rise of big data in political campaigns. There are inherent risks here too with the potential for abuse or actually moving backwards towards top/down communication instead of from the bottom up, but, through personalization and custom targeting, there are also real rewards.

Let me give you an example. The Obama campaign in 2012 used data acquired through it’s Facebook app- which launched when the President announced his re-election bid and asked supporters to post “I’m in” through the app on their walls. The campaign amassed this data and then, right before the election, they mined that data and asked their supporters to directly contact their friends in key swing states via Facebook. In all, more than 600,000 supporters shared posts with an estimated 5 million individual targets through this system. It’s just one example of being a lot smarter on social media, and using technology to empower your supporters.

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