Zeit für die iPad-optimierte Zeit

Publiziert von Denis Nordmann, am 19. November 2010, um 17:43

Inhaltlich kann ich Wolfgang Blau wenig beifügen. Ich gratuliere ihm zur iPad-optimierten Zeit Online. Dahin geht die Reise — well done!

Zum Hintergrund
Alle Kernaussagen dieses Videos kommen mir bekannt vor, und zwar ausserordentlich bekannt. Sie stammen nämlich aus meinem Beitrag zur iPad-Konferenz von Reto Hartinger die am 1. Juni 2010 in Zürich statt fand. Den Videostream davon hatte ich unlängst hier veröffentlicht: «iPad rettet die Verlage nicht».

An derselben Konferenz hat im Anschluss an mein Referat Chris Lüscher von einer kleinen aber feinen zürcherisch-japanischen Web-Agentur über «News auf dem iPad – Strategien und Gestaltungsansätze» gesprochen und zwar ausschliesslich über iPad-Apps. Wenn ich mich richtig erinnere, behauptete Lüscher unter anderem, als Verlag müsse man mindestens einen 6-stelligen Franken-Betrag für eine iPad-App bereitstellen, sofern man etwas Anständiges wolle. Zudem war seine Kernaussage damals, man entscheide sich besser für eine App als für eine Tablet-optimierte Website, wenn man ein Angebot für das iPad bereitstellen möchte, das von hoher Qualität ist und diesem neuen Medium gerecht werde.

Chris Lüscher und seine Truppe haben angeblich einen Gesinnungswandel vollzogen. Denn zur neuen iPad-optimierten Website von «Die Zeit» kann ich keine iPad-App finden, die in Zusammenarbeit mit der Agentur von Lüscher in der Zwischenzeit auf den Markt gekommen ist. Vielleicht täusche ich mich in diesem Punkt, da es kaum möglich ist, den Markt sauber zu überblicken.

Ich gratuliere jedenfalls Lüscher und Co. zur Rückbesinnung auf «vernünftige» Lösungen und freue mich, dass gute Ideen offenbar auch kopiert werden. Ich weiss, dass der Erfolg viele Väter hat. Ich finde es allerdings fade, wenn man erst auf Umwegen erfährt, dass man als Quelle der Inspiration dienen durfte.

Traum geplatzt: iPad rettet die Verlage nicht

Publiziert von Denis Nordmann, am 8. November 2010, um 14:00

Sind das iPad und die damit verbunden neuen Geschäftsmodelle nun eine Bedrohung oder ein Segen für die Verleger? Oder gar die Rettung der Medienhäuser, wie das etwa Axel Springer CEO Mathias Döpfner in seinem Talk bei Charlie Rose im April 2010 behauptete? Nein, habe ich in meiner Präsentation anlässlich der iPad-Konferenz des Internet Briefings an 1. Juni 2010 in Zürich gesagt und sehe das auch heute — also gut fünf Monate danach — immer noch so.
Jüngste Berichte aus Deutschland «Den Großteil seiner Online-Einnahmen erzielt Springer jedoch nicht mit Content.» (Meedia) oder auch aus den USA «iPad expectations for content companies coming down to earth» (Kevin Anderson) bestätigen meine These. Auch die iPad-Verkaufszahlen blieben unter den Erwartungen vieler Analysten, in der Schweiz wurden angeblich noch keine 100’000 Stück verkauft. Und vor wenigen Tagen meinte dann Mark Zuckerberg lapidar: «Das iPad ist nicht mobil. Zur nächsten Frage bitte.» und will deshalb keine iPad-App für Facebook rausbringen.

Es scheint also, dass ich mit meinen Einschätzungen nicht völlig daneben lag und deshalb wage ich diese hier zu veröffentlichen. Reto Hartinger hat mir nämlich vor wenigen Tagen freundlicherweise den Videostream zu meiner Präsentation zugänglich gemacht. Ich danke Reto an diese Stelle dafür, wünsche kurzweiliges sowie anregendes Stream-Schauen und bin gespannt auf Kommentare.


Präsentation von Denis Nordmann, cognita AG, an der iPad-Konferenz des Internet Briefings an 1. Juni 2010 in Zürich. Dauer: 37 min, Schweizerdeutsch ohne Untertitel und mit G3 ist natürlich 3G gemeint ;)