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Michael Ehlers präsentiert sein neues Buch Social Media haben unsere Kommunikation nachhaltig verändert, nicht nur die private, sondern vor allem auch die professionelle. Michael Ehlers, einer der bekanntesten Kommunikationsexperten im deutschsprachigen Raum, spricht von einer Revolution, die aber nicht überall angekommen sei. In seinem neuen Buch “Kommunikationsrevolution Social Media”, das in wenigen Tagen erscheint, stellt er Funktionen und Werkzeuge des Webs 2.0 vor und gibt einen Überblick zu Chancen sowie Risiken der Sozialen Medien. Wir haben uns mit ihm über sein Buch, Facebook-Skepsis und die neusten Trends im Social Web unterhalten.

blueReport: Am 19. April erscheint Ihr neues Buch „Kommunikationsrevolution Social Media“. Wie hat das Social Web unsere Kommunikation verändert?

Michael Ehlers: Das Social Web hat sowohl unser Informations-, als auch unser Kommunikationsverhalten revolutioniert. Dabei haben wir die größte Revolution bereits hinter uns, denn Social Media ist mittlerweile ein fester Bestandteil unseres Alltags. Die Welt ist vernetzt und das Schöne daran ist – jeder kann mitmachen. Denn im Social Web kann jeder sowohl Konsument als auch Produzent von Inhalten sein. Das revolutioniert insbesondere die Interaktion zwischen Unternehmen und Kunden. Informationen werden nicht mehr nur in eine Richtung weitergegeben, sondern der Kunde hat die Möglichkeit, sofort Feedback zu geben und in direkten Kontakt mit Unternehmen zu treten. Dadurch schafft das Social Web eine Annäherung zwischen Menschen, Marken, Dienstleistungen und Produkten. Social Media erleichtern damit sowohl die zwischenmenschliche Kommunikation als auch die Unternehmenskommunikation und machen sie direkter, offener und uns produktiver.

An wen wendet sich ihr Buch?

Mein Buch wendet sich im Grunde an jeden, der sich umfassend über Social Media und den richtigen Umgang damit informieren möchte, um darüber erfolgreich, effektiv und sicher kommunizieren zu können. Im Kern stehen Unternehmer/innen vom Freiberufler, Händler bis zum Mittelständler oder Manager, die ihre Produkte und Dienstleistungen im Netz richtig positionieren wollen. Aber auch Eltern, die einfach wissen wollen was in diesen Netzwerken Ihrer Kinder so passiert, werden aus dem Buch wichtige Erkenntnisse mitnehmen können.

Bei wem ist der mediale Wandel weniger angekommen: bei Privatpersonen oder in der Unternehmenskommunikation?

Weniger angekommen sind die Sozialen Medien bei Unternehmen. Betrachtet man die Sozialen Netzwerke, wird erkenntlich, dass Milliarden Menschen diese nutzen, um mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben und soziale Beziehungen zu pflegen. Viele Unternehmen haben den Trend Social Media erkannt und nutzen ihn bereits für ihre Kommunikation. Aber noch immer gibt es zahlreiche Unternehmen, insbesondere im Handel, die sich gegen Social Media wehren und auch in Zukunft werden viele davon sich nicht aktiv daran beteiligen. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass insbesondere Unternehmen, die im Endkunden- und B2B Bereich tätig sind, sich nicht vor dem Social Web verschließen dürfen, um keinen Schaden dadurch zu erleiden und besonders die großen Chancen für sich zu nutzen!

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Letzte Woche haben wir die neuen Widgets im blueReport Dashboard vorgestellt, die u.a. den Werbewert der Präsenz in den Printmedien aufzeigen. Für viele unserer Kunden sind solche Werte unerlässlich, viele sehen Kennzahlen im Bereich Medienbeobachtung eher kritisch. Der Kommunikationsexperte Jean-Marc Hensch gehört zu den Kritikern und warnt davor, sich nur auf quantitative Bewertungen zu verlassen. Nachdem er sich dazu auf Facebook geäussert hat, haben wir es uns nicht nehmen lassen, ihn nochmals genauer zu befragen.

SW: Herr Hensch, Sie haben auf unseren Facebook-Post reagiert, bei welchem wir das optimierte blueReport Dashboard vorgestellt haben. Die Auswertung des Werbewerts von redaktionellen Artikeln in den Printmedien war Ihnen offensichtlich ein Dorn im Auge. Was ist daran verkehrt?

JMH: Zwei einfache Beispiele: Ich bringe einen Journalisten nach zähen Verhandlungen dazu, eine Geschichte über meinen Kunden nicht zu publizieren, weil ich nachweisen kann, dass die Story von völlig falschen Tatsachen ausgeht. Ich verhindere so einen massiven Reputationsschaden, der gemessene „Werbewert“ dieser Aktion ist 0, der kommunikative Wert für den Kunden jedoch sehr hoch. Oder umgekehrt. Eine ungeschickte Pressemeldung macht in der „Bild“ die Seite 1, das Unternehmen wird als skrupelloser Umweltsünder gebrandmarkt. Der gemessene „Werbewert“ ist enorm hoch, kommunikativ ist das Ganze jedoch ein Desaster. Deshalb meine These: Der „Werbewert“ macht, wenn dann nur in einem sehr eingeschränkten Bereich der Produkte-PR Sinn und ist auch dort mit Vorsicht zu geniessen. Als Messlatte für eine strategische Beurteilung ist er schlicht unbrauchbar.

Viele Agenturen und PR-Verantwortliche fordern den Werbewert. Ich kann das auch verstehen. Den können Sie nämlich dem Chef oder dem Kunden einfach kommunizieren und zwar ohne, dass dieser die Artikel dazu lesen muss,— wozu ja bekanntlich meistens die Zeit fehlt. In welcher Dimension wollen Sie dann sonst den medialen Impact einer Berichterstattung messen, damit ihn auch die Chefs verstehen? Welche Alternativen gibt es oder sollte es geben?

Man muss sich entscheiden: Einfach, aber falsch (bzw. irreführend). Oder richtig, dann wird’s aber anspruchsvoller. In jedem Fall muss eine qualitative Bewertung des Mediums, allenfalls der Rubrik erfolgen (die je nach Kunde unterschiedlich ausfallen kann). Ferner braucht es eine inhaltliche Wertung der Aussagen, die auch negativ sein können. Dies schafft nicht alle Probleme aus der Welt, ist aber immerhin ein einigermassen vertretbarer Ansatz. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass hier cognita mit blueReport noch entsprechende Tools entwickelt und ein wertvolles Produkt auf den Markt bringen könnte. Hier weiterlesen …

Facebook ist ein mittlerweile etabliertes PR-Instrument. Neben der Möglichkeit, kostenpflichtige Werbung zu schalten, bieten Facebook-Gruppen und -Pages einen kostenlosen und unmittelbaren Weg, potentielle Kunden zu erreichen. Doch inwiefern unterschieden sich eigentlich eine Gruppe und eine Page bei Facebook? Welche Möglichkeiten bieten die beiden Formate für Marketing und PR? In den blueReport-Seminaren sind dies oft gestellte Fragen.

Als kleine Anleitung geben wir hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Unterschiede und Möglichkeiten:

Einrichten einer Page und einer Gruppe.

Über die Facebook-Gruppen und -Pages kann die eigene Zielgruppe schnell über Neuigkeiten informiert und die eigene Unternehmenspräsenz im Web gesteigert werden. Beide Formate werden auch von Suchmaschinen indexiert. Das ist hilfreich, um beispielsweise bei Google besser gefunden zu werden.

Die Kommunikation mit den Mitgliedern einer Gruppe oder den Fans einer Page bei Facebook findet hauptsächlich über Statusmeldungen (Posts) statt. Inhalte lassen sich hierbei leicht mit Bildern und Links verbinden. Mitglieder und Fans sehen diese Meldungen in ihren eigenen News-Feeds. Facebook unterscheidet allerdings zwischen „wichtigen“ und „aktuellen“ Beiträgen. Prinzipiell kann diese Anordnung vom Nutzer dauerhaft oder temporär unterbunden werden. Trotzdem sind viele News-Feeds nicht strikt chronologisch geordnet, wodurch einige Posts und Kommentare den potentiellen Leser erst gar nicht erreichen. Gruppen und Pages bieten allerdings noch eine ganze Reihe von anderen Möglichkeiten, die Aufmerksamkeit der Facebook-Gemeinde auf das eigene Unternehmen oder Produkt zu richten.

Die Facebook-Gruppen – eher privat, bedingt PR-tauglich

Vor einiger Zeit hat Facebook sowohl das Design wie auch einige Funktionen der Gruppen geändert. In neu gegründeten Gruppen entfällt beispielsweise die Möglichkeit, Direktnachrichten an alle Mitglieder zu versenden. Ersetzt wurde diese Funktion durch den Gruppenchat mit bis zu 250 Mitgliedern. In der Praxis mag so ein Chat zur kurzfristigen Abstimmung beim Freizeit-Fussball sinnvoll sein, zur Kommunikation mit potentiellen Kunden taugt er eher nicht.

Die Kommunikation in der Gruppe konzentriert sich so tatsächlich auf die Pinnwand. Über neue Post und Kommentare werden aber alle Mitglieder via Notifikation informiert – so wird zusätzlich Aufmerksamkeit generiert.

Kommentare und Posts, auch die der Administratoren, sind grundsätzlich mit dem privaten Profil der Facebook-Nutzer verbunden. Strategisch kann dies ein Vorteil sein. Wie eng private Profile mit der professionellen Nutzung verbunden sein sollten, ist letztendlich auch Geschmacksache und eine Frage des Unternehmensleitbildes.

Hier muss unsere alte Facebook-Gruppe als Beispiel erhalten.

Gruppen können öffentlich oder auf einen bestimmten Kreis von Nutzern beschränkt sein. Auch ist bei der Einrichtung frei wählbar, ob die Gruppe via Suchfunktion gefunden werden kann (siehe Grafik oben). Administratoren können „Freunde“ als neue Mitglieder hinzufügen. Wenn der „Freund“ dies nicht möchte, muss sein Austritt aktiv erfolgen. Zumindest kurzfristig lässt sich so die Anzahl der Mitglieder schnell erhöhen.

Die (neuen) Facebook-Gruppen eignen sich aufgrund ihrer Funktionen ganz gut, um gezielt eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen und exklusive Inhalte zu verbreiten. Ist eine Gruppe aber erst einmal eingerichtet, kann sie nicht mehr in eine Page umgewandelt werden. Bei einer gut laufenden Gruppe mit engagierten Nutzern und aktiven Diskussionen sollte daher in der Regel davon abgesehen werden, eine parallele Fanpage einzurichten. Der Praxistest hat gezeigt: Ist ein Facebook-Nutzer erstmal Mitglied in einer Gruppe, bleibt er das auch – und er ist schwierig davon zu überzeugen, nochmals Fan des gleichen Produktes oder Unternehmens zu werden.

Den größeren Gestaltungsrahmen für PR- und Marketingmaßnahmen bietet ohne Frage die Facebook-Page.

Die Facebook-Page – individuelle Gestaltungsmöglichkeiten

Pages machen die Verbreitung von Inhalten in erster Linie durch Statistiken nachvollziehbar und erleichtern dem Administrator die Evaluation der eigenen Kommunikation. Wie viele aktive Nutzer gab es? Wie viele neue Fans wurden gewonnen? Der Mehrwert dabei ist deutlich.

Im Gegensatz zu Mitgliedern muss aktiv um Fans geworben werden. Die Zusendung einer Einladung ist möglich, ein ungefragtes Hinzufügen allerdings nicht.

Fanseiten sind nicht an eine fest vorgegebene Struktur gebunden. Über FBML-Anwendungen (Facebook Markup Language) können eigenständig frei gestaltbare Reiter erstellt werden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind dabei kaum begrenzt – vom Gewinnspiel bis zum Musik-Player. So sucht beispielsweise die Stadt Bremen über ihre Page den direkten Draht zu den Bürgern.

Bremen sucht auf Facebook den direkten Draht zu den Bürgern.

Nicht zuletzt lässt sich eine Facebook-Page sehr viel einfacher in die eigene Werbung einbinden. Ab 25 Fans kann man eine Vanity-URL beantragen. Diese kommt schöner daher als eine Reihe aus Buchstaben, Sonderzeichen und Zahlen. Sie ist einfach zu merken und damit auch offline, z.B. in einem Flyer, verwendbar.

Zudem ist es möglich, direkt im Namen des Unternehmens oder des Produktes zu posten und zu kommentieren. Die Page wird damit zu einem eigenen Account. Dies dient nicht nur dem Unternehmensimage und dem Reputationsaufbau, sondern trennt in einem weiteren Schritt das private Profil von der professionellen Nutzung. Besonders für größere Unternehmen, bei denen der Social Media Auftritt von einem mehrköpfigen Team betreut wird, ist dies ohne Frage von Vorteil. Über neue Posts und Kommentare der Fans erhalten Administratoren eine Nachricht.

Pinnwand-Posts können übrigens durch die Begrenzung auf einen Ort oder eine Sprache gezielt eingesetzt werden. Unternehmen mit einer mehrsprachigen Zielgruppe, wie z.B. in der Schweiz, können sich so ganz auf die Pflege der Page konzentrieren und individuell angepasste Posts veröffentlichen.

Zusammenfassend wird deutlich, dass sich die Gruppen eher für die vielstimmige Kommunikation zu einem Thema eignen – wer eine Marke oder ein Produkt aktiv promoten und den Erfolg messen will, ist in der Regel mit der Fanpage besser bedient.

Update:

Seit März 2011 können eigene Page-Reiter nur noch über iframes erstellt werden. Bereits mit FBML erstellte Anwendungen funktionieren aber wie gehabt.

http://developers.facebook.com/blog/post/462#fbml_roadmap