Kommunizieren wenn es kriselt

Publiziert von Simone Wagner, am 16. Mai 2012, um 14:42

Nicht jeder Fauxpas, jede Panne oder PR-Krise muss sich gleich zur digitalen Empörungswelle entwickeln. Öffentliche Kritik kann im Gegenteil sogar förderlich sein.

Am vergangenen Sonntag präsentierten ARD und SWR (verantwortliche Sendeanstalt) den ersten Tatort+. Ein neues Format, bei der internetafine Zuschauer aufgerufen waren nach 21.45 Uhr online weiterzuermitteln und den noch unbekannten Mörder zu identifizieren. Nette Idee, ist doch gerade die Zukunft des Fernsehens ein großes Thema. Zielgruppengerecht wurden die Besucher der Blogger- und Internetkonferenz re:publica am Anfang des Monats schon mit einem 20-minütigen Ausschnitt des Tatorts versorgt, um diejenigen zu erreichen, die eben besonders aktiv bei Facebook und Twitter sind. Als am späten Sonntagabend die Server der Sendeanstalt angesichts von 20.000 Usern kollabierten und die Teilnahme an dem Spiel unmöglich schien, reagierte die Zielgruppe prompt und wenig überraschend vor allem auf Facebook und Twitter.Auf der Facebook-Page sammelten sich die enttäuschten Kommentare.

Aber ist das gleich ein Shitstorm? In den Online-Medien fanden die technischen Probleme wenig Resonanz. Lediglich Bild Online erkannte hier den mutmaßlichen Shitstorm und fühlte sich nun verantwortlich, das Chaos zu klären und den Mörder zu verraten. (weiterlesen…)

Second Screening – Ein neuer Trend schafft Mehrwert

Publiziert von Samantha Engelmann, am 19. April 2012, um 14:55

Fernsehen und gleichzeitig im Netz unterwegs sein und sich über die neuesten Entwicklungen austauschen? Das ist Second Screening! In den USA bereits als Trend thematisiert, findet es auch bei uns immer mehr Anklang. Das ZDF hat darüber gesprochen und gleichzeitig aufgezeigt, wie es funktioniert. Ein Thema, das auch für Kommunikationsverantwortliche und Werber interessant sein kann.

Über Smartphones, Netbooks und Tablet-Computer wird mittlerweile oft neben dem fernsehen im Internet gesurft, online shopping betrieben oder spannende Artikel gelesen. Vor allem aber nimmt hier die Aktivität in den Social Media eine bedeutsame Rolle ein. TV-Zuschauer wollen weg vom reinen Konsum und aktiv kommunizieren und an Diskussionen teilnehmen. Zeitgleich neben dem fernsehen tauschen sie sich in Sozialen Netzwerken mit Freunden oder anderen Usern über ihre Lieblingssendung aus, posten Screenshots oder heizen Diskussionen an. Besonders beliebt scheint der neue Trend während Sportsendungen. Da wird ein versteinert schauender Uli Honeß wegen eines gegnerischen Tors noch während eines Fussballspiels schonmal auf Facebook gepostet und als “armes Würstchen Uli” bezeichnet.

Neben Fussball sind für Second Sreening aber auch Casting-Shows, Doku-Soaps und Krimis wie Let´s dance, GZSZ oder Tatort beliebt. So wird fleißig über gerade im TV laufende Sendungen getwittert:

Wie schnell Trends und Trendwörter über Twitter & Co. entstehen können, lässt sich gut an dem folgenden Beispiel aufzeigen. Vor zwei Tagen war das Wort “fupp” der Hashtag-Renner auf Twitter. Verantwortlich dafür war Sonja Schünemann von heute.de, die das mo:ma auf ZDF moderierte und mehrfach das Wort “fupp” sagte, während Sie über Second Screening sprach.

Kaum ausgesprochen, twitterten die Zuschauer fleißig darüber, vergaben sogar einen eigenen Hashtag und “fupp” wurde Wort des Tages.

Doch welche Auswirkungen kann Second Screening für Produkte, Dienstleistungen, Unternehmen oder Personen haben und kann es auch Gefahren mit sich bringen? Klar ist, mit Second Screening werden Informationen so schnell verbreitet, dass der eigentlich Betroffene noch nicht einmal etwas davon bemerkt. Wer das nicht im Blick hat und schnell regiert, bei dem kann das in negativen Fällen zu einer echten Imagekrise führen. Social Media Monitoring hilft genau das zu vermeiden, immer auf dem aktuellen Stand zu sein und gerade aufkommende Themen nicht aus dem Auge zu verlieren.

Second Screening hat aber auch enormes Potenzial, vor allem für Produkte und Dienstleistungen. Laut eines Artikel auf futurebiz sollen z. B. Social Media Icons in TV-Spots und Sendungen Wirkung zeigen. User sehen den Spot, gehen direkt auf die Facebook-Seite oder auf den Twitter-Account und werden Fan des jeweiligen Produktes.

Die Ergebnisse des Monitorings in einem Report aufbereitet, können einen Mehrwert für PR, Marketing, und Produktentwicklung schaffen.

Social Media Monitoring mit blueReport

Publiziert von Samantha Engelmann, am 4. April 2012, um 14:00

Diesen Monat haben wir uns wieder eine der beliebtesten Fragen unserer Kunden vorgenommen, die auch für Neukunden interessant sein könnte. Wir stellen heute vor, was unsere Social Media Tracker leisten und wie Kunden diese für ihre Suche zielgenau einrichten können.

Was sind Social Media Tracker?

Neben der Beobachtung von Online-Medien, Blogs und Foren, bietet blueReport auch die Beobachtung von Sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Google+, Flickr und YouTube an. Hier kommen unsere Tracker zum Einsatz. Sie ermöglichen eine umfassende und zielgenaue Echtzeit-Abbildung aller beobachteten Inhalte.

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Mitarbeiter-Protest beim ORF über YouTube – Shitstorm aus dem eigenen Haus?

Publiziert von Simone Wagner, am 17. Januar 2012, um 14:15

Ein Gastbeitrag von Michael Ehlers:

Es KNALLT gerade im Staate ÖSTERREICH. Das ist aus meiner Sicht wirklich einmalig. Dieser Mitarbeiter-Protest gegen seine Geschäftsführung wird – ja MUSS Wellen schlagen. Das Video ist taufrisch und wird heftig in den sozialen Netzwerken geteilt.

Es sind nicht einfach nur Mitarbeiter, die Ihren Protest über parteipolitisch motivierte Stellenbesetzung preis geben. Für deutsche Verhältnisse wäre es so, als ob Jan Hofer, Claus Kleber und Marietta Slomka auftreten würden, um über die Personalentscheidungen Ihres Intendaten zu lästern.
Heftige Kritik setzt es an der Führung des öffentlichen Rundfunks: “Weil der Eindruck entsteht, die Unabhängigkeit des ORF sei nicht mehr gegeben, halten wir das Vorgehen der ORF-Geschäftsführung in hohem Maße für unternehmensschädigend. Deshalb fordern wir den Generaldirektor auf, alle Vorhaben zurückzunehmen, die das Ansehen des ORF als unabhängiges Medienunternehmen beschädigen.”

Der Skandal kündigte sich bereits an. Seit längerem bereits sind laute und kritische Stimmen bei den Mitarbeitern des ORF zu hören. Doch die jetzt gewählte Form stellt tatsächlich eine neue Dimension dar.

Die österreichischen Medien (orange) haben das Thema (Mitarbeiterprotest ORF) längst aufgegriffen. Nur beim ORF selbst ist bisher (Stand 16.01. 18:30 Uhr) nichts zu finden. Auch in den deutschen Medien (rot) wird der Protest zunehmend wahrgenommen. In den Schweizer Medien (lila) wird dieser dagegen noch gar nicht thematisiert. Die Grafik zeigt die Medienpräsenz in den jeweiligen Ländern in den Online-Medien und Blogs.

So schreibt z.B. die Krone-Zeitung: “Seit mehr als drei Wochen gehen die ORF-Redakteure öffentlich gegen die Geschäftsführung auf die Barrikaden. Stein des Anstoßes war eine Aussendung einen Tag vor Weihnachten, in der die ORF-Geschäftsführung die Bestellung mehrerer neuer Dienstposten bekannt gab. So soll der bisherige SPÖ-Stiftungsrat Pelinka Büroleiter von Generaldirektor Wrabetz, der Zentralbetriebsrat Robert Ziegler mit der Koordination der Bundesländer betraut und Thomas Prantner als Vizedirektor der technischen Direktion bestellt werden. Die Redakteure orten hinter diesen und anderen Bestellungen politische Absprachen rund um die Wiederwahl von Wrabetz im vergangenen Sommer.”

Die Wiener Zeitung wollte auch die “Betroffenen” zu Wort kommen lassen und vermeldete:

“Weder Ströbitzer noch Fernsehdirektorin Kathrin Zechner äußerten sich dazu auf APA-Anfrage. Ströbitzer auf APA-Anfrage lediglich wissen, er wolle sich derzeit nicht zu dem Thema äußern. Eine Anfrage an Zechner ergab eine ähnliche Antwort: Derzeit könne man noch nichts sagen, ließ sie ausrichten.”

Auf dem Newsportal Oe24.at finden sich auch einige Kommentare von Nutzern, die für die angeblich politisch motivierte Stellenbesetzung stimmen. Die Redakteure wissen: “Das Video ist nur der Protest-Auftakt. Die Redakteure wollen ihren Aufstand fortsetzen.”

Auf jeden Fall ist die Wahl der Waffe “YouTube” und damit die Aktivierung der viralen Möglichkeiten des Social Web in dieser Form einzigartig. Wir sind gespannt auf die offizielle Reaktion des ORF zum Protest Ihrer Mitarbeiter.

Der Artikel ist auch auf dem Blog von Michael Ehlers erschienen.

Anmerkung: Nach nur einem Tag hat das Youtube Video aktuell 282.200 Views (17.1.12 14:52 Uhr) .

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