Google+ – die Alternative zu Facebook?

Publiziert von Wiebke Sucker, am 26. Juli 2011, um 15:38

Seit wenigen Wochen steht ein neuer Stern am Himmel des Web 2.0: Google+. Ich habe mich auf Entdeckungsreise begeben um das neue soziale Netzwerk zu erkunden. Diese von Google geschaffene soziale Plattform funktioniert im Grunde wie jede andere: Verbindungen mit Freunden, Verwandten, Bekannten, Kollegen etc. werden geschaffen, man verteilt Nachrichten, veröffentlicht Fotos und tauscht sich aus.

Die Beta-Version von Google+ gilt in den Medien schon jetzt als ein potenzieller Rivale für Facebook. Obwohl das Design von Google+ dem von Facebook in vielerlei Hinsicht ähnelt, gibt es doch Features, die das neue Netzwerk attraktiver machen. Gruppenchats für bis zu 10 Personen (sogenannte “Hangouts”) oder die klare und einfache Anordnung der Kontakte in verschiedene “Circles” sind wohl auch Gründe, warum die Mitgliederzahl binnen kürzester Zeit auf weltweit über 20 Millionen stieg.

Um den Nutzern die Selektierung zu erleichtern, ob Posts, Nachrichten und dergleichen nur an bestimmte Circles oder in der Öffentlichkeit verbreitet werden, gibt es bei Google+ eine einfache und transparente Privatsphäre-Einstellung. Diese wird von den Nutzern sehr begrüßt, da nun die Möglichkeit besteht, Meinungsäußerungen u.ä. nur ausgewählten Kreisen zu präsentieren. Dies war bei Facebook bisher nur über das Anlegen von Listen – einem selten genutzten Feature – möglich.

Google+ ist derzeit der Liebling der Medien. Online-Medien und Blogs erklären das neue Netzwerk und beschäftigen sich vorrangig mit dem Vergleich von Google+ und Facebook. Auf verschiedenen Fachseiten verbreitet sich wie ein Lauffeuer die Nachricht, dass Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook, derzeit der populärste Nutzer der Konkurrenz ist. Doch auch Google ist sich der Relevanz von Facebook bewusst. In kürzester Zeit sind zu Google+ verschiedene Gruppen und Pages entstanden. Zudem gibt es bereits zahlreiche Blogs wie GooglePlusInside oder gpluseins, die sich mit Google+ beschäftigen.

Derzeit ist Google+ noch eine spiele- und werbefreie Zone, dies wird sich aber vermutlich schon sehr bald ändern. In Zukunft werden Businessprofile auf Google+ erlaubt sein. Dadurch haben Unternehmen die Möglichkeit, sich zu präsentieren und zu werben. Auch kommende Features, wie beispielseise das geplante “Google-Meeting”, machen die neue Plattform für Unternehmen interessanter. Mit dieser Funktion wird es möglich sein, Videokonferenzen abzuhalten und aufzuzeichnen, Screencasts zu nutzen, Dokumente zu verschicken und einzusehen, Notizen zu machen etc. “Google Meeting” bietet somit eine starke Alternative zu den bisherigen, in der Regel kostenpflichtigen, Lösungen.

Bisher ist bei Google+ jedoch weder für Privatpersonen noch für Unternehmen vorgesehen, eigene Gruppen gründen zu können. Die Option, als Privatperson bestimmte Marken und Unternehmen zu unterstützen fällt somit weg. Dennoch, das neue soziale Netzwerk hat großes Potenzial und scheinbar auch dem Betreiber von Facebook, Mark Zuckerberg, Respekt eingeflößt. Dieser beauftragte eine Agentur, um kritische Medienberichte über Google zu lancieren. Die Undercover-Meinungsmache flog auf – für Facebook wird der Fall zum PR-Desaster.